Kinderbetreuung

Neue Kindertagesstätte am Tierspital

Gestern wurde am Tierspital eine neue Kindertagesstätte der Stiftung «Kinderbetreuung im Hochschulraum Zürich» (kihz) eröffnet. Die Stiftung erfüllt mit ihrer sechsten Tagesstätte einen lang gehegten Wunsch des dortigen wissenschaftlichen und administrativen Personals.

Marita Fuchs4 Kommentare

Miau: Kinder zeigen, welche Tierlaute sie kennen. (Bild: zVg)

«Haus am Tierspital mit wunderschönem Garten, eingebettet in eine grüne Umgebung am Waldrand»: Was sich liest wie eine begehrte Immobilie, umschreibt die neue kihz-Kindertagesstätte am Tierspital. Auf dem Gelände des Spitals steht das frisch renovierte Prunkstück. Im Garten befinden sich originell gestaltete Spielgeräte - beschirmt von einem Apfelbaum. Kleine können hier gut gross werden.

An der offiziellen Einweihung bedankte sich Professor Hans Lutz, Prodekan der Vetsuisse-Fakultät, beim Architekten des Gebäudes, Andreas Landolf vom Hochbauamt. Er habe es geschafft, aus dem älteren Wohnhaus eine helle und farbenfrohe Kinderkrippe zu gestalten. Finanziert wurde das Projekt aus kantonalen Mitteln und Drittmitteln, so Lutz.

Renoviert: Aus dem älteren Wohnhaus entstand eine helle und farbenfrohe Kinderkrippe. (Bild: zVg)

Kind und Karriere möglich machen

Professorin Regina Hoffmann, Mitglied der Gleichstellungskommission, betonte in ihrer Ansprache, dass die neue Kinderkrippe den am Tierspital arbeitenden Frauen – immerhin 80 Prozent des Personals – entgegenkomme.

Obwohl 90 Prozent der Studierenden der Vetsuisse-Fakultät Frauen seien, gebe es immer noch sehr wenige Professorinnen an der Fakultät. Deshalb sei es enorm wichtig, denjenigen Frauen, die eine akademische Laufbahn einschlagen wollten, Hilfen bei der Kinderbetreuung anzubieten.

Im Dinosaurier-Ei: Kleine können in der Kindertagesstätte am Tierspital gut gross werden. (Bild: zVg)

UZH-Rektor Andreas Fischer, Präsident der Stiftung kihz, erklärte: «Kinderbetreuung im Hochschulraum ist Chef- beziehungsweise Chefinnensache.» Er setze sich gemeinsam mit der Co-Präsidentin der Stiftung, ETHZ-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach, dafür ein, die Massnahmen zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft voranzutreiben. «Die Stiftung investiert mehr als eine Million Franken jährlich für diese Anliegen und will ihr Angebot weiter ausbauen», so Fischer.

Für Aqua-Fans: Wasserstrasse lädt zum Spielen ein. (Bild: zVg)

Fremdbetreuung als Erfolgsmodell

Der UZH-Anthropologe Professor Carel van Scheik stellte zum Abschluss der Veranstaltung einige evolutionäre Überlegungen zur Kinderbetreuung an: Schaue man zurück in die Vergangenheit, so zeige sich, dass der Mensch deshalb so eine erfolgreiche Geschichte habe, weil die Mütter bei der Kleinkindbetreuung von der Gruppe unterstützt worden seien.

«Als Grossmütter und ältere Kinder begannen, sich gemeinsam mit den Müttern um die Kleinkinder zu kümmern, wuchs die Gruppe an. Geburtsintervalle von etwa drei Jahren sorgten für regelmässigen Nachwuchs, trotz der langen Betreuungszeit für die Kinder.» Insofern sei die Fremdbetreuung ein Erfolgsmodell.

Spielhaus: Originell gestaltete Spielgeräte im Garten der neuen Kindertagesstätte. (Bild: zVg)

Kindertagesstätte am Tierspital: Betreuungsalter: ab 4 Monaten bis Kindergartenalter Anzahl der Plätze: 20 Gruppen: eine Babygruppe und eine altersgemischte Gruppe Betreuungsangebot: ganztags, halbtags mit Mittagessen, nachmittags ohne Mittagessen Stiftung für Kinderbetreuung im Hochschulraum Zürich kihz Die Stiftung kihz unterstützt die Hochschulangehörigen und Verwaltungsstellen bei allen Fragen der familienergänzenden Betreuung. Sie führt sechs eigene Kindertagesstätten und bietet mit kihz Mobil auch temporäre Betreuungseinsätze an. Die kihz Ferienbetreuung organisiert in den Kindergarten- und Schulferien Kurswochen auch für ältere Kinder. Zudem initiiert die Stiftung innovative Projekte und Forschung im Bereich der familienergänzenden Betreuung.

Marita Fuchs ist Redaktorin von UZH News.

4 Leserkommentare

Hans Lutz schrieb am Kinderkrippe und H1N1 Die Ueberlegungen von Frau Wegmann betreffend Ansteckungsgefahr von Kindern in der Kinderkrippe sind gut nachvollziehbar. Bezueglich viraler Infektionen duerfte das Hauptinfektionsrisiko allerdings nicht von Tieren, sondern von Menschen ausgehen. Das heisst, dass kranke Eltern oder Geschwister am ehesten Kinder anzustecken vermoegen. Die Kinder kommen nicht in direkten Kontakt mit Tierpatienten. Zudem sind Viren, die bei Tieren zu Krankheiten führen, mit wenigen Ausnahmen fuer den Menschen nicht gefaehrlich. Bakterielle und parasitaere Erkrankungen koennen jedoch Menschen und Tiere in aehnlichem Mass bedrohen. Allerdings werden diese in der Regel nur durch direkten Kontakt mit Kot uebertragen, was gutkontrollierbar ist. Zusammengefasst sind wir ueberzeugt,dass das Infektionsrisiko der Kinder durch Tiere minimal ist.
Felicitas Boretti schrieb am Kindervorfuehrung Leider waren es nicht die Kinder der Tierspitalkinderkrippe, die die Tierlaute vorgefuehrt haben, sondern die Kinder aus dem Platten-Kindergarten, die eingeladen worden waren.
Isabelle Holzer schrieb am Kindertagesstätte Es wäre dringend nötig, auch in Bern so eine Kindertagesstätte zu haben. Ich habe nämlich immer wieder Probleme, meine Arbeitszeiten und mein Kind unter einen Hut zu bringen. Dies wäre so ideal und auch sehr wichtig, damit eine Mutter auch Mutter sein darf. Eine tolle Idee. Gratulation! Hoffentlich kommt dies auch in Bern zustande. Würde mich auch aktiv bei dieser Stiftung beteiligen...
johanna wegmann schrieb am H1N1 Eine Sorge betrifft die neue Institution, was die Naehe zum Tierspital angeht, nachdem nun schon so mancher unbekannter Virus neu entdeckt worden ist und noch entdeckt werden muss, sofern Tiere auch deren Traeger sind. Sind die Kinder nicht unnoetig moeglichen Infektionen, Krankheiten, epidemischen Situationen ausgesetzt?

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