Ein vielseitiges und weltoffenes Zürich

Anlässlich des schweizerischen Nationalfeiertags präsentierte sich der Kanton Zürich in Berlin als vielseitiger Wirtschafts- und Wissensstandort. Ein Stimmungbericht von den Feiern auf dem Boulevard Unter den Linden und in der schweizerischen Botschaft, an denen sich auch die Universität Zürich präsentierte.

Rita Stöckli

Christoph Markschies, Präsident der Humboldt-Universität, Rektor Hans Weder und Georg Winckler, Rektor der Universität Wien, verpflegen sich auf dem Festgelände auf dem Boulevard Unter den Linden mit einer «Züri Schnure». Hinten links stehen Botschafter Christian Blickenstorfer und seine Frau Susanne Blickenstorfer. (Bild: Rita Stöckli)

Der Zürcher Auftritt in Berlin stand unter dem Motto «Zürichs Duft in der Berliner Luft». Auf den ungefähr 200 Metern auf dem Mittelstreifen des Boulevards Unter den Linden, welche die Stadt Berlin dem diesjährigen Gastkanton Zürich zur Verfügung gestellt hatte, herrschte am Nachmittag buntes Treiben. Es gab vielseitige musikalische Darbietungen, und die Besucherinnen und Besucher konnten ihren Geruchssinn an den verschiedensten Düften testen, wobei den meisten wohl der Duft von zartem Züri Geschnetzeltem und frischem Brot am besten zusagte. Über 10'000 so genannte «Züri Schnuren» (mit Züri Geschnetzeltem gefüllte Brottaschen) wurden verteilt.

«Zürich duftet nach Studium»: Mit grossen Plakaten wird der Wissensstandort Zürich den Berlinerinnen und Berlinern schmackhaft gemacht. (Bild: Rita Stöckli)

Doch der Kanton Zürich stellte den Berlinerinnen und Berlinern nicht nur seine kulinarische und kulturelle Seite vor. An Plakatwänden und Litfasssäulen wurde darauf verwiesen, dass Zürich insbesondere auch ein wichtiger Wirtschafts- und Wissensstandort ist.

Vom Niemandsland ins Zentrum

Am Abend des 1. August fand sich die Zürcher und Berliner Prominenz auf dem mit rotem Tuch umzäunten Festgelände bei der Schweizer Botschaft ein. Diese befindet sich heute inmitten des Berliner Regierungsbezirks, während sie zur Zeit der Berliner Mauer im Niemandsland gestanden hatte.

Seit der Wiedervereinigung weht die Schweizer Fahne im Herzen des Berliner Regierungsbezirkes (im Hintergrund der Reichstag). (Bild: Rita Stöckli)

Der prominenteste Berliner unter den Gästen war der amtierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, der in diesem Jahr bereits ans Zürcher Sechseläuten gereist war. Von der Zürcher Regierung waren Regierungspräsidentin Verena Diener und Rita Fuhrer vertreten. Eingeladen waren zudem auch Vertreterinnen und Vertreter der Diplomatie, der Wirtschaft und der Kultur. Botschafter Christian Blickenstorfer begrüsste die Gäste, die er als «Freunde der Schweiz» bezeichnete. Er, der sein Amt in Berlin erst vor einigen Monaten angetreten hat, war zum ersten Mal Gastgeber am Tag der Schweiz in Berlin. Umso mehr freute es ihn als gebürtigen Zürcher, dass es gerade der Kanton Zürich war, der sich den Berlinerinnen und Berlinern am diesjährigen 1. August vorstellen durfte.

Auch der Himmel über Berlin spielt mit

Wie an der Nachmittagsveranstaltung herrschte auch an der abendlichen Feier eine lockere und aufgeschlossene Stimmung. Unter freiem Himmel fanden zahlreiche Darbietungen statt – es traten unter anderem Andreas Vollenweider, die Acapickels und die Jazz-Musikerin Irène Schweizer auf – und auch gegessen und getrunken wurde im Garten der Botschaft. Schülerinnen und Schüler der Hotelfachschule Belvoirpark hatten ein reichhaltiges Buffet mit vielen Schweizer Spezialitäten hergerichtet. Es gab unter anderem Raclette, Züri Geschnetzeltes mit Rösti, gebackene Forellenfilets mit Spinat, eine Haselnusspolenta und die verschiedensten Käse- und Brotsorten zu kosten. Für das Dessertbuffet hatte Sprüngli unglaubliche Mengen Luxemburgerli nach Berlin geschickt.

Das Fest öffnete den Berlinerinnen und Berlinern ein Fenster auf die nicht nur kulinarische Vielseitigkeit des Kantons Zürich. (Bild: Rita Stöckli)

Neben den kulturellen Darbietungen und dem Buffet war die «Zurich on Top-Lounge» auf der Dachterrasse des Botschaftsgebäudes ein weiteres Highlight. Von dort aus hatten die Gäste auch nach Einbruch der Dunkelheit eine wunderbare Sicht auf die in unmittelbarer Nähe liegenden Berliner Regierungsgebäude. Das Kanzleramt, das Parlamentariergebäude, wo sich die Büros der Bundestagsabgeordneten befinden, und der Reichstag zeigen sich der Betrachterin aus dieser luftigen Höhe aus einer ganz neuen Perspektive. Und auch der Blick auf den eben erst fertig gestellten und hell erleuchteten Berliner Hauptbahnhof sowie auf die Charité ist eindrücklich.

Bis nach Mitternacht wurde gegessen, getrunken und getanzt; und schliesslich dufteten Zürich und die Schweiz auch ein bisschen nach dem Gewitter, das in der Berliner Luft lag. Doch auch das Wetter spielte beim Gastauftritt Zürichs in der deutschen Hauptstadt mit: Die ersten Regentropfen fielen erst um 00:50 Uhr – 10 Minuten vor Ende der abendlichen Feier.

Im Rahmen der Feier fand auch ein Treffen zwischen der Universität Zürich, der Universität Wien und der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Unipublic wird zu einem späteren Zeitpunkt über dieses Treffen berichten. 

Rita Stöckli ist Adjunktin des Rektors

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