Von Kultur bei Delphinen und dem Trank, der Vertrauen schafft

Laufend informiert die Medienstelle der Universität die nationalen und internationalen Medien über Themen aus Lehre und Forschung an der Universität Zürich. Unipublic präsentiert die Top-Ten-Liste der Aufsehen erregendsten Geschichten des Jahres 2005.

Beat Müller

1. Tsunami-Traumata-Test: Eineinhalb Monate nach der Seebeben-Katastrophe veröffentlichte das Fachzentrum für Katastrophen- und Wehrpsychiatrie der Universität Zürich einen Online-Test, mit dem die eigene traumatische Gefährdung anonym getestet werden konnte. Die Nachrichtenfaktoren Aktualität und Betroffenheit verhalfen dem Thema zu einer sehr grossen Resonanz in den Schweizer Medien.

2. Didgeridoo spielen hilft gegen Schnarchen: Die letzte Medienmitteilung des Jahres 2005 schaffte es gleich auf Platz zwei der Liste. Die gute Nachricht für Schlaflose, dass regelmässiges Didgeridoo spielen das krankhafte Schnarchen vermindern kann, ging um die Welt. Vor allem Online-Medien, beispielsweise auch in China, nahmen die Ergebnisse der aussergewöhnlichen Studie der Forscher Milo Puhan und Otto Brändli auf.

Die Meldung, dass Didgeridoo-Spielen gegen Schnarchen hilft, weckte die Redaktionen weltweit auf. (Bild: zVg)

3. Dies academicus 2005: Dank der Ernennung des Star-Architekten Santiago Calatrava, dem Erbauer der RWI-Bibliothek, zum ständigen Ehrengast der Universität berichteten viele Medien über den Dies academicus. Die Ehrung einer bekannten Persönlichkeit war ihnen eine Nachricht Wert.

4. Oxytocin steigert das Vertrauen: «Nasenspray macht vertrauensselig» schrieb beispielsweise Spiegel Online und BBC vermeldete «Wissenschafter kreieren Vertrauens-Trank». Die Entdeckung der Wirtschaftswissenschafter Ernst Fehr, Michael Kosfeld und des Psychologen Markus Heinrich, dass das Hormon Oxytocin eine wichtige Rolle für das menschliche Vertrauen spielt, wurde international von den renommiertesten Medien aufgenommen.

5. Wirtschaftswissenschaften der Universität Zürich sind top: Grosse nationale Resonanz hatte die Erfolgsmeldung, dass die Wirtschaftswissenschaften gemäss fünf Forschungsrankings einen Spitzenplatz unter den zehn besten Universitäten im deutschen Sprachraum belegen. Aus Sicht der Universität Zürich am schönsten titelte das St. Galler Tagblatt: «Universität Zürich schlägt HSG».

Den Nachweis einer materiellen Kultur bei Delphinen erachtete die Zeitschrift «Discover» als eine der zehn wichtigsten naturwissenschaftlichen Publikationen des Jahres 2005. (Bild: zVg)

6. Multiple Sklerose – «Verräterzellen» entlarvt: Wissenschaftliche Erfolge bei der Bekämpfung häufiger Krankheiten sind geeignete Medienthemen. Dies zeigte sich auch bei der Meldung, dass eine Forschergruppe von Burkhard Becher bislang unbekannte «Verräterzellen» an der Blut-Hirn-Schranke identifizieren konnte, die dem Immunsystem die Angriffspunkte im Gehirn zeigen.

7. Erstes Beispiel materieller Kultur bei Delfinen: Der Forscher Michael Krützen hatte bei wild lebenden Delfinen an der Westküste Australiens erstmals Anzeichen für eine materielle Kultur gefunden. Sogar die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens zeigte, wie Delfine Schwämme als Werkzeuge für die Futtersuche verwenden. Die Geschichte schaffte es in der Spezialausgabe «Year in Science» des amerikanischen Magazins «Discover» sogar in die Liste der Top-Ten aller naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen des Jahres 2005.

8. Der Dalai Lama an der Universität Zürich: Rund fünfzig Journalistinnen und Journalisten wollten den Dalai Lama am Neurowissenschaftlichen Symposium und im Völkerkundemuseum selbst miterleben. Der hohe Besuch war ein dementsprechend grosses Medienthema – und für die Medienstelle der Universität die aufwändigste Medienarbeit des Jahres.

Die Diskussion des Dalai Lama mit Neurowissenschaftlern der Universität Zürich stiess auch bei den Medien auf grosse Beachtung. (Bild: Manuel Bauer)

9. Tierschändung: Nachdem die Medien von mehr als vierzig Fällen mysteriöser Tierschändung in der Region Nordwestschweiz berichtet hatten, brachte das Institut für Veterinärpathologie Licht ins Dunkel: Andreas Pospischil hatte 13 Fälle genau untersucht und kam zum Schluss, dass in den meisten Fällen keine Tierschändung vorlag und der angebliche Tierschänder wohl ein Phantom war.

10. Novartis stiftet Professur: Die erste Professur der Schweiz für die Erforschung von Magen-, Darm- und Leber-Erkrankungen und dazu noch finanziert von der Privatwirtschaft – Gründe genug für die regionalen und nationalen Medien, um darüber zu berichten.

Beat Müller ist Medienbeauftragter der Universität Zürich

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