Kein numerus clausus und neue Berufungen

Der Universitätsrat beschloss an seiner gestrigen Sitzung auf Zulassungsbeschränkungen in der Philosophischen Fakultät zum jetzigen Zeitpunkt zu verzichten. Des weiteren sprach er drei Ernennungen und eine Beförderung aus.

unicom

Vorläufig keine Zulassungsbeschränkungen an der Philosophischen Fakultät

Ende letzten Jahres hat der Universitätsrat erstmals über allfällige Zulassungsbeschränkungen in den Hauptfächern Psychologie und Publizistikwissenschaft diskutiert. An seiner Sitzung vom 26. Januar 2004 hat er sich erneut mit dieser Problematik auseinandergesetzt und beschlossen, im jetzigen Zeitpunkt auf die Anordnung von Zulassungsbeschränkungen zu verzichten. Massgeblich für diesen Entscheid war u.a. die erst sei kurzem vorliegende definitive Zahl der Anmeldungen für das 1. Semester des Studienjahrs 2003/2004 im Fach Publizistikwissenschaft mit einem Rückgang von rund 24% gegenüber dem Vorjahr. Auch besteht die Aussicht auf eine mögliche günstige Entwicklung beim wissenschaftlichen Personal. Deshalb will der Universitätsrat die nach wie vor drängenden Probleme in den Fächern Psychologie und Publizistikwissenschaft zunächst im Rahmen der Lehrstuhlplanung 2004 –2007 angehen. Ein Entscheid zur Lehrstuhlplanung darf bis Mitte Jahr erwartet werden; die Anordnung allfälliger Zulassungsbeschränkungen bleibt aber als Option erhalten.

Berufungen

Der Universitätsrat ernannte an seiner Sitzung vom 26. Januar 2004 PD Dr. med. Daniel A. Fink, geb. 1964, zum ordentlichen Professor für Frauenheilkunde. Er studierte von 1983 bis 1990 an der Universität Zürich Medizin und schloss 1990 mit dem Eidgenössischen Staatsexamen ab. 1991 war er als Assistenzarzt an der Chirurgischen Klinik des Kantonsspitals Winterthur tätig. Im gleichen Jahr wurde er an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich promoviert. Von 1992 bis 1995 war Prof. Fink Assistenzarzt am Departement Frauenheilkunde des Universitätsspitals Zürich (USZ). Die folgenden zwei Jahre verbrachte er als Fellow am Cancer Center an der University of California in San Diego und wechselte dann wieder an das Departement Frauenheilkunde des USZ, wo er von Ende 1997 bis 2002 verantwortlicher Leiter der Gynäkologischen Onkologie war, zunächst bis 1998 in der Funktion eines Oberarztes i.V., bis 2000 als Oberarzt und von 2000 bis 2002 als Leitender Arzt und Chefarztstellvertreter des Departments Frauenheilkunde. 1998 erhielt Prof. Fink die Venia Legendi für das Gebiet Gynäkologie und Geburtshilfe. 1999 erlangte er den Facharzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe. Von 2000 bis 2002 absolvierte Prof. Fink an der Universität St. Gallen einen berufsbegleitenden Nachdiplom-Studiengang in Unternehmensführung und schloss mit dem Executive MBA HSG ab. Im Jahre 2003 war Prof. Fink Visiting Associate Professor am Gynaecological Cancer Centre der University of New South Walesin Sydney. Prof. Fink wurden eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen zugesprochen, so u.a. der Merit Award derAmerican Society of Clinical Oncology, der Schering-Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie undGeburtshilfe und der Dr. Ernst Th. Jucker-Preis für Krebsforschung der Universität Zürich.

Prof. Dr. med. Holger Moch, geb. 1962, wurde zum ordentlichen Professor für Pathologie ernannt. Er studierte von 1982 bis 1988 an der Humboldt-Universität Berlin Medizin und schloss sein Studium mit dem Staatsexamen und der Approbation ab. Ebenfalls 1988 wurde er an der Humboldt-Universität promoviert. Die folgenden zwei Jahre war er Assistent am Institut für Pathologie an der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. Von 1990 bis 1993 setzte er seine Ausbildung als Assistent am Institut für Pathologie der Universität Basel fort. 1993 folgte die Facharztanerkennung als Arzt für Pathologie der Ärztekammer Berlin. Das folgende Jahr verbracht Prof. Moch an der University of California in San Francisco. Danach wechselte er an die Universität Basel, wo er von 1995 bis 2001 als Oberarzt am Institut für Pathologie tätig war. 1998 habilitierte er sich mit der Arbeit «Pathologisch-anatomische und molekulargenetische Charakterisierung epithelialer Nierentumoren» an der Universität Basel. Seit 2001 ist Prof. Moch Leiter der Abteilung Histopathologie am Institut für Pathologie der Universität Basel, wo er auch Titularprofessor für Allgemeine und spezielle Pathologie ist.

Prof. Dr. Philipp Gonon, geb. 1955, wurde zum ordentlichen Professor für Berufsbildung ernannt. Er studierte Pädagogik, Ethnologie und Strafrecht in Fribourg, Berlin und Zürich. Nach vierjähriger Lehrtätigkeit an Berufsschulen für allgemeinbildende Fächer arbeitete er zunächst von 1983 bis 1986 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Nationalfondsprojekt im Bereich Betrieblicher Forschung, Berufs-und Weiterbildung und danach als wissenschaftlicher Assistentam Pädagogischen Institut der Universität Bern, wo er 1991 promovierte. Von 1992 bis 1997 war Prof. Gonon dort im Rahmen des Nachwuchsförderungsprogramms des Bundes zu bildungspolitischen Fragen tätig und arbeitete 1994 bis 1997 im Nationalfondsprojekt 33 zum Thema «Kriterien der Berufsbildungsreform. Eine exemplarische Wirksamkeitsuntersuchung am Beispiel der Berufsmaturität technischer Richtung» mit. 1997 habilitierte sich Prof. Gonon an der Universität Bern mit der Schrift «Internationaler Bezug als Anlass und Kriterium von Bildungsreformen. Zur Topik eines bildungspolitischen Argumentes, dargestellt anhand der Debatten zur schweizerischen Berufsbildung und zur englischen Reform der Sekundarstufe II». Bis 1998 engagierte er sich in der Weiterbildung an der Universität Bern. 1998 war Prof. Gonon Lehrstuhlvertreter für beruflich/betriebliche Weiterbildung an der Universität Trier, wo er seit 1999 als ordentlicher Professor für dieses Fachgebiet tätig ist.

Prof. Moch tritt sein Ordinariat am 1. März 2004 an, Prof. Gonon am 1. April und Prof. Fink am 1. September 2004.

Ernennung bzw. Beförderung

Prof. Dr. Michael Hess, seit 1994 ausserordentlicher Professor für Computerlinguistik an der Universität Zürich und seit 2001 auch Leiter des in diesem Jahr gegründeten Instituts für Computerlinguistik, wird auf 1. März 2004 befördert und zum ordentlichen Professor für Computerlinguistik ernannt.