Nachhaltigkeit

Tipps zum Umgang mit Wasser und Daten

Nachhaltigkeit hat viele Aspekte. Auch beim Arbeiten an der UZH hinterlassen wir einen ökologischen Fussabdruck. Hier einige nützliche Tipps zum Umgang mit Trinkwasser und zum Speichern elektronischer Daten.

Kommunikation3 Kommentare

 UZH-Tasse mit Trinkwasser füllen
UZH-Tasse mit Trinkwasser füllen
Wer Leitungswasser anstatt Flaschenwasser trinkt, der schont die Umwelt. (Bild: Thomas Poppenwimmer)


Die UZH hat sich im Hinblick auf die Nachhaltigkeit ehrgeizige Ziele gesetzt und unternimmt vielfältige Anstrengungen, um sie zu erreichen, zum Beispiel beim Unterhalt und der Planung von Bauten, bei Flugreisen, bei der Materialbeschaffung oder dem Verpflegungsangebot – aber auch in Lehre und Forschung (Link).

Auch auf das Verhalten der UZH-Angehörigen kommt es an. Das Nachhaltigkeitsteam hat deshalb eine umfassende Liste mit nützlichen Tipps für den Alltag zusammengestellt. Sie betreffen zum Beispiel das Pendeln zur Arbeit, die Ernährung, den Umgang mit IT-Geräten oder die Organisation von Veranstaltungen (Link).

In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps zu zwei weiteren Handlungsfeldern. Informatik-Student Jeremy Kubrak hat kürzlich in seiner Masterarbeit errechnet, wieviel Energie das Speichern elektronischer Daten an der UZH verbraucht. Wir zeigen, wie sich der Stromverbrauch senken lässt.

Der zweite Anlass für diesen Artikel ist der Beitritt der UZH zum internationalen Netzwerk Blue Community, mit dem sich die UZH zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser verpflichtet.

 

Blick ins Rechenzentrum
Blick ins Rechenzentrum
Blick in den Bereich eines UZH-Rechenzentrums mit Servern, welche die Daten für die Institute speichern. (Bild: zVg)

Daten umweltschonend speichern

Eine Bildungs- und Forschungsinstitution wie die UZH generiert laufend neue Daten – und das braucht Energie. Der Strombedarf für die an der UZH betriebenen Speichersysteme beläuft sich auf rund 560 Megawattstunden, jährlich werden dadurch rund 12,5 Tonnen CO₂ freigesetzt, wie Jeremy Kubrak in seiner Masterarbeit zeigt (siehe Kasten).

In den letzten Jahren ist die Menge an gespeicherten Daten kontinuierlich gewachsen. Aktuell stellen die zentralen Rechenzentren der UZH ein Speichervolumen von 20 Petabyte bzw. 20'000 Terabytes zur Verfügung – im Jahr 2019 war es erst die Hälfte.

Wir können dieser Entwicklung gegensteuern, indem wir unsere arbeitsrelevanten Daten möglichst energieeffizient und umweltschonend speichern.

Hier unsere Tipps:

  1. Vermeiden Sie Doppelspurigkeit: Sichern Sie Ihre Daten nicht gleichzeitig in einem Cloudspeicher und auf dem Gruppenlaufwerk Ihrer Organisationseinheit.
  2. Bereinigen Sie einmal pro Jahr Ihre persönliche Datenablage und löschen Sie Daten, die Sie nicht mehr benötigen. Es lohnt sich, mit den grossen Brocken anzufangen. Ein einstündiges Video kann so viel Platz belegen wie 10'000 durchschnittliche E-Mails.
  3. Für Teams und Abteilungen: Bereinigen Sie einmal pro Jahr die Datenablage Ihres Gruppenlaufwerks – in Absprache mit Ihrer IT-Koordinationsperson. Prüfen Sie, ob Sie für die Speicherung Ihrer Daten das geeignete Medium gewählt haben. Dabei hilft es, die Daten in «heisse», «warme» und «kalte» zu klassifizieren:

«Heisse» Daten sind solche, die Sie täglich nutzen und sofort verfügbar sein müssen. Sie gehören auf einen schnellen Speicher wie das Gruppenlaufwerk. Daten von Gruppenlaufwerken werden wiederum auf den Fileservern der Zentralen Informatik gesichert. Fileserver verbrauchen im Vergleich zu anderen Speichermedien am meisten Strom. 

«Warme» Daten benötigen Sie nur noch selten. Sichern Sie diese mit Hilfe Ihrer IT-Koordinationsperson auf einem energiesparsameren Blockspeicher, der die Daten in einzelne Blöcke aufteilt, die entweder auf einem oder verteilt auf mehreren Servern der Zentralen Informatik abgelegt werden.  

«Kalte» Daten benutzen Sie nicht mehr; Sie müssen diese aber aufbewahren, zum Beispiel aus gesetzlichen Gründen. Diese Daten können Sie auf eine Band-Bibliothek der Zentralen Informatik auslagern. Band-Bibliotheken, die aus einer Sammlung von Magnetbandkassetten und Bandlaufwerken bestehen, verfügen über das beste Strom-pro-Terabyte-Verhältnis. Ihr IT-Koordinator kann für den Datentransfer bei der Zentralen Informatik ein virtuelles Laufwerk bestellen.

Sowohl bei «kalten» wie «warmen» Daten spielt das Datenvolumen keine Rolle. Wichtig ist die regelmässige Klassifizierung der Daten. 

  1. Für Forschende und Forschungsgruppen: Löschen Sie Daten aus früheren Versuchs- oder Testreihen fortlaufend. Nehmen Sie sich nach Abschluss jedes Forschungsprojektes Zeit, um Ihre Datenablage aufzuräumen – gehen Sie dabei nach oben genannter Klassifizierung in «heiss», «warm», «kalt» vor.
  2. Für Dozierende: Archivieren Sie ältere aufgezeichnete Online-Vorlesungen auf einem Bandlaufwerk

 

Giacometti-Brunnen
Giacometti-Brunnen
Eine ideale Trinkwasserquelle: Der Wandbrunnen mit dem Mosaik von Augusto Giacometti im UZH-Hauptgebäude. (Bild: zVg)

Leitungswasser statt Flaschenwasser trinken

Seit kurzem ist die UZH Mitglied des internationalen Netzwerks Blue Community und setzt sich somit für dessen Grundsätze ein: Die Mitglieder anerkennen das Recht auf Wasser als Menschenrecht. Sie engagieren sich dafür, dass Wasserversorgung und -nutzung in der öffentlichen Hand bleiben und pflegen hierzu internationale Partnerschaften. Sie verpflichten sich in ihrem eigenen Betrieb zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser.

Was Sie dazu beisteuern können:

  1. Trinken Sie Leitungswasser anstelle von abgefülltem Wasser. Denn: Die Bereitstellung von Leitungswasser belastet die Umwelt tausend Mal weniger als jene von Mineralwasser. Zum Auffüllen Ihrer Wasserflasche können Sie einen Trinkwasserbrunnen der UZH benutzen.
  2. Bieten Sie bei Apéros, Konferenzen oder Sitzungen Leitungswasser an. Mit einem kleinen Hinweisschild können Sie das Verständnis für die Wahl von Leitungswasser fördern. Halten Sie diese informelle Policy in Ihrer Organisationseinheit fest.
  3. Für Forschende: Sie können das Thema Wasser aus verschiedenen fachlichen Perspektiven, wie der Geographie, Rechtswissenschaft oder Ökonomie, erforschen. Wenn Sie bereits zu Wasserthemen forschen, melden Sie sich beim Nachhaltigkeitsteam: info@sustainability.uzh.ch.
  4. Für Dozierende: Sie können mit Studierenden die Grundsätze von Blue Community, deren Auswirkungen und Herausforderungen diskutieren. Sie lehren bereits zu Themen der Blue Community? Melden Sie sich beim Nachhaltigkeitsteam: info@sustainability.uzh.ch.
  5. Sie können die öffentliche Diskussion über einen nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen fördern – zum Beispiel mit einer Veranstaltung.

 

Weitere Informationen


Aktiv werden

Tipps für nachhaltiges Handeln
 

Blue Community

Forschung und Lehre zu den Blue Community Grundsätzen

Liste der Trinkwasserbrunnen an der UZH

Blue Community Schweiz

Masterarbeit von Jeremy Kubrak: Energy Demand of Online Courses and Storage Media Systems at University of Zurich, Jeremy Kubrak, Institut für Informatik der Universität Zürich, April 2022.

3 Leserkommentare

Martin Akeret schrieb am kalte Daten Denken Sie daran, dass kalte, aus der Verwaltungsarbeit entstandene Daten dem UZH Archiv angeboten werden können, oder sogar müssen. Alle Daten, die wir übernommen haben, können dann gelöscht werden. Bei Bedarf erhalten Sie die von Ihnen produzierten Unterlagen rasch zurück. Auf freiwilliger Basis können uns auch Vorlesungen angeboten werden.
Pietro morciano schrieb am Geräte abschalten Ich würde den Zwang einführen, nach dem Verlassen des Arbeitsplatzes den PC-Bildschirm etc. auszuschalten. Wer am Morgen früh anfängt zu arbeiten, kann sehen, wieviele blaue Lichter (Bildschirme) an der UNI leuchten.
Moritz Kramer schrieb am Papierverbrauch Es ist sicher sinnvoll, Daten zu sparen und zu bereinigen. Gleich einem ordentlichen Bürotisch. Ich musste aber an die Stundenabrechnung für unsere 20 Mitarbeiter denken, welche sich nicht digital einsehen lässt und monatlich gedruckt werden muss, um zu signieren. Die Papierherstellung verbraucht ebenfals Wasser. Es gibt Programme, wo die Stundeneingaben digital von den Vorgesetzten eingesehen werden können, sogar Signieren ist möglich. Wassersparen soll überall das Ziel sein.

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