Weiterbildung

An Hochschulen führen

Die Anforderungen an Führungskräfte von Hochschulen steigen. Die Universität Zürich bietet deshalb neu eine Weiterbildung «Leadership und Governance an Hochschulen» an. Start ist im September 2016.

Adrian Ritter

CAS Leadership und Governance an Hochschulen
Stellten den neuen CAS in Leadership und Governance an Hochschulen vor: UZH-Psychologieprofessor Klaus Jonas (links) und Bernhard Nievergelt, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (CHESS). (Bild: Adrian Ritter)

 

Es wäre zu schön gewesen: Als die Universitäten in der Schweiz ab den 1990er Jahren schrittweise mehr Autonomie erhielten, hofften viele Forscherinnen und Forscher, der administrative Aufwand werde abnehmen. «Das war ein Irrtum», sagte Bernhard Nievergelt kürzlich an der Präsentation des neuen Weiterbildungsangebotes «CAS in Leadership und Governance an Hochschulen». Nievergelt ist Studiengangsleiter des neuen CAS und Geschäftsführer des 2014 gegründeten Kompetenzzentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (CHESS) der Universität Zürich.

Der Grund dafür, dass der administrative Aufwand für die Universitäten nicht kleiner geworden ist, liegt laut Nievergelt gerade in der grösseren Autonomie: Für die Wahl von Professorinnen und Professoren, für die Gestaltung der internen Organisation, für die Strategie, die Finanzen und die Infrastruktur sind die Hochschulen nun zunehmend selbst verantwortlich.

Zudem wird von den Hochschulen verlangt, dass sie vermehrt Rechenschaft über ihr Tun ablegen – gegenüber der öffentlichen Hand, Forschungsinstitutionen wie dem Schweizerischen Nationalfonds oder privaten Geldgebern. Dies hat zusammen mit dem vermehrten Wettbewerb zwischen den Hochschulen und ihrem Wachstum in den letzten Jahrzehnten zu einem eigentlichen Organisationsprozess geführt: Hochschulen haben begonnen, ihr Profil zu schärfen (corporate identity), überprüfbare Zielsetzungen zu definieren und ihre Führungsgremien zu stärken. «Jede Hochschule muss dabei die für sie am besten geeignete Organisationsform finden», sagte Nievergelt.

Höhere Anforderungen

Im Zuge der Professionalisierung der Hochschulverwaltung sind auch die Anforderungen an deren Leitungspersonen gestiegen. «Bisher waren dies häufig Personen mit Erfahrung in Forschung und Lehre, aber nicht in Führung und Management. Deshalb hat die Universität Zürich einen neuen Weiterbildungsstudiengang entwickelt», sagte Klaus Jonas, UZH-Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie und Co-Direktor des neuen «CAS in Leadership und Governance an Hochschulen», an der Veranstaltung.

Die neue Weiterbildung richtet sich an Personen, die bereits in Führungs- und/oder Managementpositionen an Hochschulen tätig sind – sowohl an Universitäten, Fachhochschulen wie auch Pädagogischen Hochschulen. Sie können mit dem neuen CAS in 17 Kurstagen Grundkenntnisse in den Bereichen Governance, Management, Finanzielle Führung, Kommunikation und Leadership erwerben und während der Weiterbildung in Fallstudien praxisnah anwenden.

Die neue Weiterbildung wird im September 2016 zum ersten Mal angeboten und dauert bis im Mai 2017. Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2016, wobei Interessierten empfohlen wird, sich baldmöglichst anzumelden. Die rund 20 Studienplätze sind schon fast vergeben.

Adrian Ritter ist Redaktor von UZH News.

Kommentar schreiben

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Unberücksichtigt bleiben insbesondere anonyme, ehrverletzende, rassistische, sexistische, unsachliche oder themenfremde Kommentare sowie Beiträge mit Werbeinhalten.

Anzahl verbleibender Zeichen: 1000