Linguistik

Viele Sprachen, ein Zentrum

An zahlreichen Instituten der Universtität Zürich findet sprachwissenschaftliche Forschung statt. Das neue Zürcher Kompetenzzentrum Linguistik bündelt die Kräfte und stellt sich an einer Tagung unter dem Titel «Sprache – Schrift und Laut» am Freitag, 15. April der Öffentlichkeit vor.

Janine Gebser

Sprachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Zürich kooperierten schon immer über die Fachgrenzen hinweg. Mit dem neuen Zürcher Kompetenzzentrums Linguistik (ZüKL) wurde dafür nun ein institutioneller Rahmen geschaffen. Das interdisziplinäre Netzwerk zählt 32 Mitglieder. Diese gehören unter anderem Fachbereichen der Phonetik, der Phonologie, der Allgemeinen Sprachwissenschaft, der Germanistik, der Slavistik, der Computerlinguistik, der Neuropsychologie oder der Geographie an.

Textkorpora und Datenbanken

«Das Kompetenzzentrum ist die Grundlage, um die Zusammenarbeit zu fördern und auch nach aussen hin einheitlich als Linguistik wahrgenommen zu werden», sagt Elvira Glaser, Professorin für Germanische Philologie und Leiterin des ZüKL.

Professorinnen Elvira Glaser, Marianne Hundt und Zentrumskoordinatorin Agnes Kolmer: Mehrwert für die Doktorandenausbildung. (Bild: Frank Brüderli)

Weil sich die empirisch forschende Sprachwissenschaft vor allem mit Textkorpora und Datenbanken arbeitet, wurde als Erstes eine Bestandesaufnahme des vorhandenen Datenmaterials in den verschiedenen Instituten und Seminaren vorgenommen. Ein wichtiges Ziel des ZüKL ist es, die zahlreichen Datenbanken der einzelnen Fachbereiche mithilfe eines einheitlichen Zugriffstools für alle Mitglieder zugänglich zu machen wie auch die verschiedenen Abfrageprogramme zur Verfügung zu stellen.

Mehr als die Summe seiner Teile

Die intensivierte Zusammenarbeit auf Forschungsebene soll auch den Studierenden zugute kommen. «Wir erwarten, dass sich auch ein Mehrwert für die Doktorandenausbildung ergibt», sagt Marianne Hundt, Professorin für Englische Sprachwissenschaft und stellvertretende Leiterin des ZüKL. Vor allem kleinere Fächer, in denen sich Kolloquien aufgrund der geringen Teilnehmerzahl gar nicht anbieten, können von der Zusammenarbeit profitieren.

Auf der Masterebene ist der Studiengang Multilinguale Textanalyse zu erwähnen, der seinen Absolventinnen und Absolventen linguistische und computertechnische Fähigkeiten vermittelt. Eine Ringvorlesung zum Thema «Historische Linguistik» findet im Frühjahrssemester 2011 statt.

Eine Einladung zum Start

Damit das Bestehen des ZüKL langfristig gewährleistet bleibt, kümmern sich die Mitglieder bereits jetzt um Drittmittel in Form von Forschungsprojekten und der Teilnahme an externen Forschungsprogrammen. Denn die Anschubfinanzierung durch die UZH ist auf zwei Jahre beschränkt.

Einen Eindruck von der Themenvielfalt linguistischer Forschung gibt am 15. April eine Veranstaltung des Kompetenzzentrums, das sich unter dem Titel «Sprache – Schrift und Laut» einer interessierten Öffentlichkeit vorstellt.

Janine Gebser ist Journalistin in Zürich.

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