Was macht eigentlich...

Die Abteilung Sicherheit und Umwelt

Sie schützt vor Bränden, sichert Arbeitsplätze und sorgt sich um die Gesundheit der Angestellten. In der neuen Rubrik «Was macht eigentlich …» stellt UZH News in Text und Bild Personen und Gruppen vor, die an der Universität Zürich arbeiten. In dieser Folge berichten wir über die Abteilung Sicherheit und Umwelt und ihre neue Leiterin Annette Hofmann.

Marita Fuchs

Brandschutz an der UZH: Feuerwehrleute bei einer Übung.  (Bild: Adrian Ritter)

Ein Laborkittel hängt über dem Feuerlöscher, der Wasserkocher steht in der Laborkapelle, der Behälter mit Spülflüssigkeit für die Augen ist leer, eine Chemikalie ist nicht angeschrieben, der Laborant trägt keine Schutzbrille und die Putzfrau weiss nicht, dass im Labor mit gefährlichen Lasern gearbeitet wird und sie bestimmte Apparaturen nicht abwischen sollte.

Annette Hofmann (36) ist auf einem Sicherheitsrundgang, einem Audit. In der Hand hält sie eine Liste mit Kriterien, die sie systematisch durchgeht. «Die Checkliste ist eher eine Gedächtnisstütze, ich betrachte alles im Raum und sehe schnell, wo Mängel sind», sagt Hofmann, die mit ihrem zehnköpfigen Team für die betriebliche Sicherheit von knapp 200 Organisationseinheiten der Universität Zürich verantwortlich ist. Darunter Institute, in denen mit gefährlichen Substanzen oder Viren geforscht wird.

Laut und stickig

«Chemikalien zum Beispiel, die nicht gekennzeichnet sind, bilden eine Gefahr. Fällt eine Flasche herunter, müssen die anrückenden Feuerwehrleute wissen, um welche Substanz es sich handelt», erklärt Hofmann. Alle Mängel dokumentiert sie auch anhand von Fotos. Die Auswertung der Audits geht dann später an die Instituts- oder Seminarleitung mit entsprechenden Sicherheitsempfehlungen.

«Wenn wir universitäre Organisationen auf Sicherheitsmängel abklopfen, achten wir nicht nur auf die chemische Sicherheit, wir beurteilen auch die Qualität am Arbeitsplatz.» Ist es in einem Labor oder einer Werkstatt zum Beispiel sehr laut, müssen alle Beteiligten überlegen, ob die dröhnenden Maschinen nicht in einem anderen Raum untergebracht werden können. Schlecht belüftete Räume benötigen neue Lüftungsanlagen. Seziertische sollten idealerweise höhenverstellbar sein. Annette Hofmann weiss, wie belastend es für den Rücken ist, wenn Mediziner stundenlang an einem zu niedrigen Tisch arbeiten müssen.

Frau in einer Männerdomäne

Als ausgebildete Umweltnaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Arbeitshygiene kennt Annette Hofmann Laborarbeiten aus eigener Erfahrung. Die Bernerin arbeitete nach dem Studium als Arbeitshygienikerin je zur Hälfte an der Universität und am Universitätsspital Zürich. Berufsbegleitend absolvierte sie einen MAS in Arbeit und Gesundheit an der ETHZ und Universität Lausanne. Im Jahr 2004 wurde sie Stellvertreterin der Abteilung Sicherheit und Umwelt an der Universität Zürich. Im Oktober hat sie nun die Leitung übernommen.

Initiiert hat sie seither eine Website www.health.uzh.ch mit Tipps und Tricks – von der ergonomischen Büroeinrichtung, über Sportempfehlungen bis zur psychologischen Beratung. Zusätzlich ist ihre Abteilung verantwortlich für den Personenschutz. «Halten sich Grössen aus Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft auf dem Universitätsgelände auf, muss ihre Sicherheit gewährleistet werden», sagt Hofmann. In der Regel erhält sie in solchen Fällen Unterstützung von der Polizei.

Bis auf die Sekretärin sind ihre Mitarbeitenden ausschliesslich Männer. Auf die Frage, ob es für sie schwierig sei, die von Männern dominierte Domäne zu leiten, lacht sie. Nein, das sei kein Thema, sie fühle sich akzeptiert und anerkannt.

Lieblingsfarbe Grün

Als Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Arbeitshygiene ist Annette Hofmann eingebunden in ein Netzwerk von Sicherheitsexperten, wie etwa der SUVA. «Der Austausch ist wichtig. Ich erfahre von den anderen, wie sie mit neuen Herausforderungen umgehen.» Ein wichtiges neues Thema sei zum Beispiel die Nanotechnologie und damit verbundene Gefahren.

Ihr Büro am Irchel-Campus hat Annette Hofmann nach ergonomischen Kriterien eingerichtet. Ein Problem für die Augen, sagt sie, sei die spiegelnde Oberfläche der Mac-Computer, mit denen viele Mitarbeitende arbeiten. Die richtige Anordnung von Bildschirm, Deckenleutchen und Fenster seien entscheidend, um Ermüdung und mangelnder Konzentration vorzubeugen.

In Annette Hofmanns Büro herrscht eine Farbe vor: grün. Die Stühle sind grün. Sogar der Ordner auf dem Tisch. Beim Blick aus dem Bürofenster sieht sie eine grosse Wiese. «Ich liebe Grün», sagt sie und ist davon überzeugt, dass Farben – bewusst eingesetzt – positive Gefühle hervorrufen.

Marita Fuchs ist Redaktorin von UZH News.

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