175-Jahr-Geburtstagsparty

Die ganz grosse Sause

Zum 175. Geburtstag der Universität stieg am Samstag auf dem Irchel-Campus eine riesige Party mit Live-Musik verschiedenster Stilrichtungen.

David Werner

Happy Birthday: Für einmal verwandelte sich der Campus auf dem Irchel in eine gigantische Festhütte. (Bild: Frank Brüderli)

Die Wände wackelten, der Park bebte. Eine Universität im Ausnahmezustand. Rund zehntausend Besucherinnen und Besucher erwiesen der UZH zum Geburtstag am 26. April die Reverenz – genauer: Sie enterten den Irchel-Campus und verwandelten ihn innert Kürze in eine gigantische Festhütte.

Schlagzeuger Pierre Favre gab den Takt vor. (Bild: Frank Brüderli)

Es war der erste milde Frühlingsabend des Jahres, und unter dem sich zart rosa färbenden Himmel stieg die ganz grosse Jubiläumssause. Grosses Getümmel, grosses Hallo, die Bässe stampften, die Beats hämmerten, und Rektor Hans Weder, der am Vormittag den Dies academicus bestritten hatte, schritt nun nochmals zur Tat. Statt kluger Worte gab es nun Torte, und es war an Weder, die Kerzen – nicht ganz 175 an der Zahl – auszublasen und die ersten Stücke des Orangencrème-Gebäcks abzuschneiden.

Kein Geburtstag ohne Torte: Rektor Weder gebührte die Ehre, die Geburtstagstorte anzuschneiden. (Bild: Frank Brüderli)

Inzwischen jagte auf der Konzertbühne ein Act den nächsten: Jazz-Legende Pierre Favre gab zum Einstieg den Rhythmus vor, das Partyvolk tat es dem Schlagzeuger gleich und haute auf die Pauke, als gäbe es kein Morgen. Der alles andere als bedächtige Berner Rapper Baze gab Schub, die Telaphones heizten ein und zu ganz später Stunde liessen Stereo Mcs die Funken sprühen.

Endo Anaconda von Stiller Has machte den Altersunterschied zum Publikum mit schonungslosem Einsatz wett. (Bild: Frank Brüderli)

Endo Anaconda von Stiller Has verteilte von der Hauptbühne herab Komplimente ans Publikum: «Ihr seht jünger und besser aus als ich!» Jubel. Dann röhrte Anaconda seinen Seeräuber-Song ins Mikrofon: «Pirat sy isch e Zueschtand vo der Seel». Cowboy oder Cowgirl sein nicht minder, wie sich beim beliebten Bull Riding zeigte.

Sich einmal wie ein Cowgirl fühlen. (Bild: Frank Brüderli)

Allerdings währte der selige Zustand jeweils nur kurz, nach spätestens fünfzig Sekunden wurden die meisten der Westernheldinnen und –helden unsanft abgeworfen. Einige von ihnen landeten daraufhin in der Hölle: In den Irchel-Katakomben, dem Glutkern des Festes, brachte «Karaoke from Hell», die «härteste Live-Karaoke-Band der Welt», die dicht gedrängte Meute zum Kochen. Für viele wars der Himmel.

«Karaoke from Hell» machte dem Publikum die Hölle heiss. (Bild: Frank Brüderli)

David Werner ist Redaktor des unijournals

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