Lancierung des Jubiläumstrams 

Das Jubiläum kommt in Fahrt

Nun ist es für niemanden mehr zu übersehen: Die Universität Zürich feiert ein grosses Fest. Davon kündet das Sondertram der Linie 9 im farbenfrohen Jubiläumsdesign. Am Dienstag übergab es Stadtrat Andres Türler an Rektor Hans Weder. In seinem Innern hält das Tram einige Überraschungen bereit.

Sascha Renner

Das Jubiläumstram ist die erste Cobra-Komposition, die als Sondertram unterwegs ist. (Bild: Marita Fuchs)

Stapellauf bei schönstem Sonnenschein: Am Dienstag durfte die Universität Zürich das eigens von ihr gestaltete Jubiläumstram entgegennehmen. Rektor Hans Weder, Bildungsdirektorin Regine Aeppli, Andres Türler als oberster VBZ-Chef und Rolf Dörig, CEO der Swiss-Life-Gruppe und Jubiläums-Partner, hoben erwartungsvoll die Köpfe, als die Komposition um Viertel nach neun pünktlich auf dem Dienstgeleise zwischen Bahnhofstrasse und Globus vorfuhr. Dort wurde das Tram den Medien präsentiert. Die Universität Zürich beweise, dass sie nicht im Elfenbeinturm lebe, sagte Stadtrat Türler. Dann überreichte er Rektor Hans Weder symbolisch einen Zündschlüssel, gestanzt mit dem UZH-Logo.

Andres Türler als oberster VBZ-Chef (links) übergibt Rektor Hans Weder (Mitte) und Rolf Dörig, CEO der Swiss-Life-Gruppe, den Zündschlüssel. (Bild: Marita Fuchs)

Frühlingsgefühle lösten am Morgen nicht nur das freundliche Wetter, sondern auch die frischen Farben des Jubiläumstrams aus. Hans Weder lobte die lichte Gestaltung. Das grossflächig auf weissen Grund aufgetragene Motiv in Violett, Orange, Rot, Grün und Blau sei gleichermassen elegant und auffällig, befand Prorektor Andreas Fischer, wobei letztere Eigenschaft aufgrund der vier Fussball-Sondertrams auf Zürichs Schienen nicht unwesentlich sei. Gefahr, nicht wahrgenommen zu werden, läuft das UZH-Tram aber ohnehin nicht: Es ist die erste Cobra-Komposition, die als Sondertram unterwegs ist. Einladend, transparent, innovativ und unverkrampft – das Tram mache die Universität treffend «erfahrbar», waren sich die Honoratioren einig.

Vierzig unterschiedlich gestaltete Postkarten dokumentieren die Forschungsvielfalt an der Universität Zürich. Wer mehr wissen will, findet einen Internetlink. (Bild: Marita Fuchs)

Ein Stück UZH zum Mitnehmen

Im Innern des Trams leiten Reizworte wie «Tabuzone», «Zufall» oder «Morgenmuffel» an Decken und Wänden die Passagiere zu Kartendispensern. Vierzig unterschiedlich beschriftete Karten vermitteln, was an derjenigen Universität mit der schweizweit grössten Vielfalt – rund hundert Fächer, verteilt auf die Wirtschafts-, Rechts-, Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, die Medizin, Veterinärmedizin und Theologie – alles erdacht wird. So erfährt man, was Menschen wirklich glücklich macht, und, passend zum Ort, was sich Forscher im Kampf gegen blinde Passagiere – sprich: Viren – so alles einfallen lassen. Zusätzlich ist auf jeder Postkarte ein Internetlink zu finden, der noch weit mehr verrät.

Zufrieden nach der ersten Fahrt: Rektor Hans Weder und Bildungsdirektorin Regine Aeppli. (Bild: Marita Fuchs)

Projektleiter Markus Schaad entwickelte die Innengestaltung zusammen mit einem Kreativteam aus Dozierenden, Studierenden und Externen innerhalb enger Vorgaben. Zusatzeinbauten verärgerten die Passagiere, daher hätten dezente Lösungen angestrebt werden müssen. Dennoch ist es dem Kreativteam gelungen, universitäres Wissen auf anregende Weise auf die Schiene zu bringen. Das UZH-Jubiläumstram bewegt die Leute im besten Sinn – es macht sie neugierig und lädt sie dazu ein, eine Tramfahrt lang in die faszinierende Welt des Wissens einzutauchen. Dem Jubiläums-Motto «Wissen teilen» – dies ein schönes Detail – wird das Tram auf sinnfällige Weise gerecht: Weichen die beiden Flügeltüren zurück, teilt sich auch das aufgedruckte Motto.

Unterwegs als ständiger Botschafter

Auf seiner Jungfernfahrt führte das UZH-Tram die geladenen Gäste über das Bellevue zur Universität. Ab sofort ist es aber auch für jedermann zugänglich: Bis Ende Jahr wird es das Stadtzentrum mit der Universität und dem Irchel verbinden. Den Wunsch, die Komposition als permanente Botschafterin in den Zürcher Strassen zu sehen, brachte Rolf Dörig von der Swiss Life, die das Tram mit ermöglichte, lakonisch zum Ausdruck: Man dürfe nicht denselben Fehler wie bei der Expo begehen: das Ganze wieder abzubauen.

Doch soweit ist es noch lange nicht: Die Lancierung des 37 Meter langen fahrenden Hörsaals ist erst der Auftakt zu einem bunten Strauss von Jubiläumsveranstaltungen, die mehrheitlich zwischen dem 29. Februar und dem 29. April über die Bühne gehen werden. Vom «Parcours des Wissens» bis hin zur «Campus-Promenade» machen zahlreiche Angebote die Universität in der Stadt erlebbar.

Sascha Renner ist Redaktor des unijournals

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