175-Jahr-Jubiläum der Universität Zürich

Offener Geist und offene Türen

Unter dem Motto «Wissen teilen» feiert die Universität Zürich ihr 175-Jahr-Jubiläum im März und April dieses Jahres mit den Zürcherinnen und Zürchern gemeinsam. Tage der offenen Tür in den Fakultäten und ein Strauss von Jubiläumsveranstaltungen laden die Bevölkerung ein, «ihre» Universität näher kennenzulernen.

Theo von Däniken

Kein Fest ohne Vorfreude: Knapp einen Monat vor Beginn der offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten hat Rektor Hans Weder am Dienstag gemeinsam mit Bildungsdirektorin Regine Aeppli und seinem designierten Nachfolger Andreas Fischer die Bevölkerung eingeladen, die Universität und die Menschen hinter ihr kennen zu lernen. «Wissen teilen ist das Geheimnis der Wissenschaft», erläuterte Weder das Jubiläums-Motto. Denn Wissen sei eines der wenigen Güter, das sich vermehre, wenn es geteilt werde.

Rektor Hans Weder, Bildungsdirektorin Regine Aeppli und der designierte Rektor Andreas Fischer freuen sich, am Jubiläum der Universität Zürich mit der Bevölkerung Wissen zu teilen. (Bild: Marita Fuchs)

Relevanz der Forschung erleben

Deshalb wird die Universität ihre Türen öffnen und die Bevölkerung zu sich einladen. Sie wird aber auch in die Stadt gehen und sich den Fragen der Menschen stellen. «Die Universität kann die grossen Probleme der Welt nicht lösen», sagte Weder, «doch sie kann einen Beitrag zur Lösung leisten». Insbesondere eine Universität mit einem so breitem Fächerangebot kann die Herausforderungen unserer Zeit aus verschiedenen Seiten angehen.

Ethik, Systembiologie, Sozialverhalten oder die Beziehung zwischen Europa und Asien sind beispielsweise Themen, auf denen die Universität Zürich fächer-übergreifend forscht. Am Jubiläum werden diese und andere interdisziplinäre Forschungsprojekte im «Parcours des Wissens» auf der Sechseläutenwiese in Dialog mit der Bevölkerung treten. «Dort», so Weder, «werden Wissen und die praktische Relevanz der Forschung erlebbar.»

«Das war ein Aufsteller»

Die breite Unterstützung, die die Universität in der Wirtschaft finde, sei ein Aufsteller in den ganzen rund zweijährigen Jubiläumsvorbereitungen gewesen, freute sich Weder. «Es hat gut getan, zu erfahren, dass die grossen Schweizer und internationalen Unternehmen wissen, wer wir sind, und gerne bereit sind, die Universität zu unterstützen.»

Hans Weder und Regine Aeppli kommen mit dem frisch eingeweihten Universitäts-Tram zur Medienkonferenz. (Bild: Marita Fuchs)

Über Sponsoring und Spenden kamen zum universitätseigenen Jubiläums-Kredit von zwei Millionen Franken weitere 6,8 Millionen Franken für das Jubiläum zusammen. Noch mehr, nämlich zehn Millionen, investierten Unternehmen in langfristige Kooperationen und Projekte, etwa die Schaffung neuer Lehrstühle.

Mit Stolz erfüllen

'Das Volk' dürfe stolz auf die Universität sein, meinte Bildungsdirektorin und Präsidentin des Universitätsrates Regine Aeppli: «Zürich als weltweit tätiges intellektuelles Zentrum ist sehr gut platziert.» Beispielsweise in der medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschung nehme Zürich eine Top-Position in der Welt ein. Von Bedeutung sei aber auch die Schnittstelle zwischen Kultur- und Naturwissenschaften, denn: «Die drängendsten Probleme der heutigen Gesellschaft können nicht allein mit Mitteln der Technologie gelöst werden.»

Das Jubiläum sei eine gute Gelegenheit für einen aktiven Dialog, sagte Aeppli. Die Universität, «durch den Willen des Volkes» entstanden, müsse ihre Arbeit auch am Interesse der Allgemeinheit ausrichten. Die Allgemeinheit wiederum – und als ihre Stellvertreterin die Politik – müsse akzeptieren, dass die internationale Wissenschaftsgemeinschaft selber festlege, wie wissenschaftliche Leistung aussehe. «Wissenschaftliche Arbeit», so Aeppli, «kann nur erwartet, nicht aber im einzelnen politisch bezeichnet oder gar bestellt werden.

Vom Kuhflüstereren und Robotern

Lokal und global ausstrahlen wird auch das Jubiläum mit seinem bunten Strauss von Veranstaltungen, über die der designierte Rektor Andreas Fischer einen kurzen Überblick gab: Vom Campus Irchel bis nach San Francisco, von der Bahnhofshalle bis nach Afrika feiert die Universität. Die Fakultäten öffnen ihre Türen an den Fakultätstagen im März und April: Von der «Langen Nacht des Rechts», über theologische Spurensuche und einem Festival des Wissens bis hin zum Kuhflüsterer reicht die Palette. Roboter werden ebenso zu sehen sein, wie live-Übertragungen von Operationen oder von Studierenden gestaltete Kunstinstallationen.

Vom 29. Februar bis zum 29. April 2008 steht die Universität ganz im Zeichen des 175-Jahr-Jubiläums. (Bild: Marita Fuchs)

Auch zahlreiche Ausstellungen beleuchten die Geschichte der Universität und ihrer Angehörigen. Der StuRa wirft mit einer Ausstellung «Z(w)eitwissen» einen Blick auf die vergangenen Jahre studentischen Lebens. Ein Höhepunkt wird die Ausstellung «Könige am Tigris» des Archäologischen Museum sein. Erstmals nach 150 Jahren werden 2800-jährige Wandreliefs aus Assyrien wieder in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung zu sehen sein.

Rauschende Geburtstagsparty

Zu einem echten Geburtstag darf natürlich auch eine grosse Party nicht fehlen. Zum Abschluss der Feierlichkeiten sind am 26. April alle Universitätsangehörigen, vom Rektor bis zu den 24'000 Studierenden, zum rauschenden Geburtstagsfest eingeladen.

Das Jubiläum beginnt offiziell mit der Eröffnungsveranstaltung «Schiffbau im Schiffbau» am 29. Februar und dauert bis zum 29. April. Sämtliche Jubiläumsveranstaltungen und weitere Informationen zum Jubiläum finden Sie auf der Website www.175jahre.uzh.ch.

Theo von Däniken ist Redaktor von unipublic

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