Neue Leitungsstruktur für die Universität Zürich

Die Universität Zürich reorganisiert ihre Führungsstrukturen. Die Prorektorate sind neu in erster Linie für zwei beziehungsweise drei ihnen zugeordnete Fakultäten zuständig. Dadurch wird eine umfassende direkte Betreuung der Fakultäten durch die Universitätsleitung gewährleistet.

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«Stärkung der Führungskapazität»: Rektor Prof. Hans Weder. (Bild: Adrian Ritter)

Die geänderte Ausrichtung der Prorektorate kommt in ihren neuen Bezeichnungen zum Ausdruck, wie Rektor Prof. Hans Weder am Dienstag vor den Medien erläuterte. Ab 1. Januar 2007 heissen sie «Prorektorat Medizin und Naturwissenschaften», «Prorektorat Rechts- und Wirtschaftswissenschaften» sowie «Prorektorat Geistes- und Sozialwissenschaften». Jeder Prorektor ist für die ihm zugeordneten Fakultäten Ansprechperson für alle akademischen und finanziellen Belange.

Mit diesem Kernstück der Strukturreform soll eine umfassende direkte Betreuung der Fakultäten seitens der Universitätsleitung entlang aller wesentlichen Entscheidungsprozesse zu Forschung und Lehre aus einer Hand gewährleistet werden. «Die Dekane erhalten damit ein Gegenüber mit ausreichender Führungsqualität», erklärte Weder. «Dies stärkt wiederum ihre eigene Führungskapazität und erlaubt die sachgemässe Zusammenführung der Top-down- und der Bottom-up-Impulse.»

Sekundär leiten die Prorektoren einen der Querschnittsbereiche Lehre, Forschung oder Akademische Dienste. Prorektor Prof. Heini Murer wird das Prorektorat «Medizin und Naturwissenschaften» mit der Medizinischen Fakultät, der Vetsuisse-Fakultät und der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät führen; ihm ist der Querschnittsbereich Forschung zugeordnet. Prorektor Prof. Andreas Fischer wird das Prorektorat «Geistes- und Sozialwissenschaften» mit der Theologischen und Philosophischen Fakultät und dem Querschnittsbereich Lehre führen. Prorektor Prof. Hans Caspar von der Crone wird dem Prorektorat «Rechts- und Wirtschaftswissenschaften» mit den entsprechenden Fakultäten sowie dem Querschnittsbereich Akademische Dienste vorstehen.

Strategische Agenda

Damit sich der Rektor auf die gesamtuniversitären, strategisch relevanten Aspekte konzentrieren kann, wird ihm eine neue Arbeitsgruppe «Strategische Agenda» unterstellt. Diese konkretisiert bestehende strategische Ziele und identifiziert neue strategische Themen. Auch in Zukunft will Rektor Weder innerhalb der Universität Zürich das Subsidiaritätsprinzip hochhalten und einen dialogischen, partizipativen Führungsstil pflegen.

«Stärkung in den Bereichen Finanzen und Kommunikation»: Prorektor Prof. Hans Caspar von der Crone. (Bild: Adrian Ritter)

Die Reform der Universitätsleitung bilde den vorläufigen Abschluss und Höhepunkt eines Reformprozesses, den er seit Beginn seinem Amtsantritt im Jahr 2000 vorangetrieben habe, erklärte Rektor Weder weiter. «Wenn sich die angestrebte Führungskapazität im kommenden Jahr konsolidiert haben wird, verfügt die Universität Zürich über eine solide Grundlage für ihre weitere Entwicklung.»

Stärkung in den Bereichen Finanzen und Kommunikation

Wie Prorektor Prof. Hans Caspar von der Crone ausführte, wurde mit dem neuen Direktor Finanzen und Controlling, Stefan Schnyder, der Mitglied der Universitätsleitung ist, die Finanzkompetenz auf der Ebene der Universitätsleitung ausgebaut. Mit der Einsetzung der Delegierten des Rektors für Kommunikation, Christina Hofmann, wurde auch dieser Bereich gestärkt.

«Eine wichtige Änderung aus Sicht des Universitätsrates»: Dr. Sebastian Brändli, Aktuar des Universitätsrates. (Bild: Adrian Ritter)

Der Universitätsrat, das oberste Führungsorgan der Universität, erachte die Umkehrung der Prioritäten bei den Prorektoraten als richtig, sagte Dr. Sebastian Brändli, Aktuar des Universitätsrates. «Aus Sicht des Universitätsrates ist die neue Führungsorganisation eine wichtige Änderung für die Steuerung und die Wahrung der Autonomie der Universität Zürich.»

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