Auszeichnungen zum Dies Academicus

Anlässlich des Dies Academicus hat Rektor Hans Weder am Samstag in seinem Bericht eine positive Zwischenbilanz der Evaluation der Universität Zürich gezogen. Die Qualität der Volluniversität Zürich darf sich sehen lassen. Sechs Persönlichkeiten wurden mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet.

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«Wir sind nicht völlig auf dem falschen Weg.» Rektor Hans Weder in seiner Rede zum Dies Academicus. (Bild: Christoph Schumacher)

Was ist eigentlich eine Spitzenuniversität und wie lässt sich dies messen? In seinem Bericht zum Dies Academicus ging Rektor Hans Weder auf die Schwierigkeiten der Messung und des Vergleichs der Qualität von Universitäten ein. «Spitzenuniversitäten gibt es eigentlich nicht, weder diesseits noch jenseits des Atlantiks», rief Weder in Erinnerung. Es gebe jedoch an zahlreichen Universitäten Fachbereiche und Institute, die zur Weltspitze zählten.

Die Universität Zürich sei «nicht völlig auf dem falschen Weg», stellte Weder fest. Eine ganze Reihe von Fachbereichen und Instituten hätten die strenge Evaluation, der sich die Universität seit 2001 systematisch unterwerfe, mit sehr gutem Erfolg bestanden. «In Europa sind Volluniversitäten dieser Qualität an einer Hand abzuzählen», so Weder. Die guten Ergebnisse beruhten auf der hohen Professionalität und dem eindrücklichen Engagement des Lehrkörpers und der Mitarbeitenden in allen Bereichen. Ihnen gebühre deshalb ein grosser Dank «für die grosse Leistung, die sie im vergangenen Jahr erneut erbracht haben, sagte Weder..

«Wer arbeitet, dem ist der Schlaf süss...»: Prorektor Alexander Borbély hielt in seiner Rede Ausschau nach dem Wesen des Schlafes. (Bild: Christoph Schumacher)

Der Schlaf als «terra incognita»

Alexander Borbély, Prorektor Forschung der Universität Zürich, beleuchtete in seiner Rede zum Dies Academicus die Entwicklung der Schlafforschung, die in Zürich eine lange Tradition hat. Begründet wurde sie unter anderem vom Nobelpreisträger Walter Rudolf Hess. Dessen Frage nach der Erholungsfunktion des Schlafes sei nach wie vor ungeklärt, so Borbély. Dies obwohl dank der Entwicklung der Mirkoelektronik und Genetik grosse Fortschritte im Verständnis der Vorgänge während des Schlafes möglich waren. «Dem Wesen des Schlafes haben wir uns dank den neuen naturwissenschaftlichen Methoden etwas genähert. Von einem wirklichen Verständnis sind wir weit entfernt», zog Borbély Bilanz.

Sechs Ehrendoktortitel vergeben

Zahlreiche Persönlichkeiten wurden mit Ehrungen ausgezeichnet. Die Universität Zürich ernannte sechs Ehrendoktoren und zwei ständige Ehrengäste. Zudem wurden fünf Jahrespreise und zum vierten Mal der UBS-Habilitationspreis der Philosophischen Fakultät sowie der Habilitationspreis und das Forschungsstipendium der Walter und Gertrud Siegenthaler-Stiftung vergeben.

Rektor Hans Weder im Kreis der Geehrten: (v.l.n.r.) Donald D. Chamberlin, Verena Bräm, Ruedi Reich, Hans Weder, Alain Fischer, Frédérique Brupbacher, Romano Broggini, Roberto Bernhard. (Bild: Christoph Schumacher)

  

Die Ehrendoktorwürde ging an folgende Personen:

Herrn Dr. iur. Roberto Bernhard
für die Leistungen, die er als scharfsinniger Beobachter am Bundesgericht für die juristische Lehre und Praxis erbracht hat sowie für seinen ausserordentlichen publizistischen Einsatz für den Föderalismus,insbesondere die Verständigung zwischen den verschiedenen Sprachregionen und Landesteilen der Schweiz.

Frau Rechtsanwältin lic. iur. Verena Bräm
für ihre grossen Verdienste um eine ausgewogene Verbindung zwischen Rechtsprechung und Rechtswissenschaft, die sie als Mitglied des Obergerichts des Kantons Zürich, als Verfasserin richtungsweisender Beiträge auf dem Gebiet des Familienrechts sowie in universitärer Lehre und praktischer Weiterbildung erworben hat.

Herrn Dr. Romano Broggini
für seine grossen Verdienste um die italienische Philologie, die Historiographie der romanischen Philologie und Sprachwissenschaft sowie die Erforschung der Sprache und Geschichte der italienischen Schweiz.

Herrn Dr. Donald D. Chamberlin
für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Datenbank-Abfragesprachen (declarative query languages), ohne die ein effizienter Zugang zu grossen Informationsmengen mittels Computer nicht möglich wäre. Seine Arbeit war und ist der Ausgangspunkt für viele fortgeschrittene Methoden in Forschung und Praxis.

Herrn Prof. Dr. med. Alain Fischer
für die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in der Diagnose und Therapie kindlicher Immundefekte und seine seit vielen Jahren gepflegten engen Beziehungen zur Medizinischen Universitäts-Kinderklinik im Rahmen wissenschaftlicher Kooperation.

Herrn Pfarrer Ruedi Reich
für sein vielfältiges Wirken als Kirchenratspräsident und seinen selbstlosen Einsatz für die Erneuerung der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, die fruchtbare Zusammenarbeit mit den staatlichen Institutionen, mit andern Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie den Dialogzwischen kirchlicher Praxis und wissenschaftlicher Theologie.

Frédérique Brupbacher und Santiago Calatrava ständige Ehrengäste

Die Erweiterte Universitätsleitung ernannte zwei ständige Ehrengäste der Universität Zürich: auf Antrag der Medizinischen Fakultät Frau Frédérique Brupbacher für ihre grossen Verdienste, die sie sich mit ihrem Altruismus und ihrem Engagement für die Krebsforschung im akademischen Rahmen erworben hat; und auf Antrag der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Herrn Dr. Dr. h.c. mult. Santiago Calatrava für seine grosse Leistung bei der Realisierung der Fakultätsbibliothek an der Rämistrasse 74.

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