Accessibility

Web ohne Barriere

Bei dem von Universität Zürich und ETH Zürich gemeinsam organisierten Workshop «Accessibility am 21. September 2004 werden Wege aufgezeigt, schon beim Entwurf von Webseiten Menschen mit Behinderung den Zugang zum immer wichtiger werdenden Medium Internet zu erleichtern.

von Klaus Wassermann

Am 21. September 2004 findet im Auditorium Maximum der ETH Zürich der von Universität Zürich und ETH Zürich gemeinsam organisierte Workshop «Accessibility – so gestalten Sie barrierefreie Webseiten» statt. Bis zu 200 Interessierte können sich dort kostenlos Informationen für die behindertengerechte Gestaltung von Webseiten holen. Angesprochen sind vor allem Webmoderatoren und EDV-Koordinatoren von Universität Zürich und ETH Zürich. Über 160 Teilnehmer aus inner- und ausseruniversitären Organisationen und Firmen haben sich bereits angemeldet. Ein paar Plätze sind also noch frei.

Mit Beginn dieses Jahres (2004) trat das neueBundesgesetz über die «Beseitigung von Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen» in Kraft. Auch die Webseiten öffentlicher Institutionen müssen seither behindertengerecht gestaltet sein. «Vor allem Menschen mit Sehbehinderungen, aber auch Leute mit motorischen Schwierigkeiten haben Probleme bei der Benützung des Internet», meint Kathrin Stärk vom Weboffice der Universität Zürich. Zwar gibt es Computerprogramme, die beispielsweise Sehbehinderten den Inhalt von Internetseiten vorlesen können, doch hängt es von der Programmierung dieser Seiten ab, ob dabei auch ein sinnvoller Text entsteht. Beispielsweise können viele unbeschriftete Bilder auf einer Webseite ein solches Vorleseprogramm stark irritieren. «Der Accessibility-Workshop soll Techniken der Webgestaltung vermitteln, welche die Verständlichkeit und Verwendbarkeit von Internetseiten für Menschen mit Behinderungen verbessern», sagt Stärk.

Im anglo-amerikanischen Raum, wie auch in Deutschland, wird das Thema behindertengerechtes Webdesign schon seit einigen Jahren ernst genommen. An der weltweit wichtigsten Tagung der Internet-Gemeinschaft, der W3C-Konferenz, war 2004 in New York das Thema prominent vertreten. Einige Referenten des jetzt stattfindenden Zürcher Workshops konnten sich dort über die neuesten Techniken informieren und werden diese weitergeben. Oft sind es nur kleine Tricks beim Programmieren mit HTML-Code, der Webseiten-Programmiersprache, die grosse Verbesserungen in der Zugänglichkeit bringen. So erleichtern im Programmiercode eingefügte, kurze Beschreibungen von Bildern den Zugang bereits deutlich. Auch die Bedienbarkeit einer Webseite mit der Tastatur statt über die Computermaus erleichtert sowohl Sehbehinderten als auch Menschen mit Bewegungsproblemen das Arbeiten mit dem Web enorm. An die fünf Prozent der Studierenden an Uni und ETH leben mit Behinderungen, vor allem sie werden von den vorgesehenen Neuerungen auf den Internetseiten von Universität Zürich und ETH Zürich profitieren.

Klaus Wassermann ist freier Journalist.