Bülachhof

Neuer Wohnraum für Studierende

Eine zahlbare Wohnung ist für viele Studierende ein Dauerthema. Das hohe Preisniveau im Zürcher Wohnungsmarkt macht die Suche schwierig. Die Stiftung für Studentisches Wohnen Zürich hat sich dieses Problems angenommen. Ihr neustes Projekt, der Bülachhof, befindet sich zwischen Oerlikon und dem Irchel – für Studierende eine optimale Lage. Mit 222 Zimmern bietet er eine Menge an attraktivem und preiswertem Wohnraum.

Von Christoph Schumacher

Studentisches Wohnen folgt seinen eigenen Regeln. Sowohl soziales Miteinander wie auch die kontemplative Abgeschiedenheit haben einen hohen Stellenwert. Die typische Wohnform im Bülachhof ist die WG, wobei die Zimmer an einzelne Personen vergeben werden und nicht an ganze Gruppen. Daraus leitet sich der Anspruch ab, dass sich die Studierenden auch einmal in ihre Privatsphäre zurückziehen können. «Das Grundkonzept des Bülachhof ist die Zweiteilung des Wohnkörpers», erklärt Architekt Marc Langenegger. Auf der einen Seite befinden sich die Lauben mit den Wohnungseingängen. Die angrenzende Küche und der Wohnraum sind mit grossen Fensterflächen versehen; so entsteht eine Verschmelzung von Aussen- und Innenraum.

Zwischen den Denkzellen (links gelegen) und den Nasszellen besteht nur ein schmaler Durchgang. Dies ermöglicht ein unkompliziertes Wechseln zwischen Zimmer und WC. Im Hintergrund der Aufenthaltsraum. (Bild: Christoph Schumacher)

Blick vom WC in die Denkzellen: Immer zwei Zimmer teilen sich eine Nasszelle. (Bild: Christoph Schumacher)

Denkzellen mit Internetanschluss

Gegen die andere Gebäudefront sind die eigentlichen Zimmer ausgerichtet, die sogenannten Denkzellen. Auch hier spielt die Privatsphäre eine wichtige Rolle. «Das ist eine spezielle Schallschutztüre», erklärt Langenegger und klopft zum Beweis der Schalldichte auf die Türe, «Sie ist mit speziellen Dichtungen versehen, damit möglichst wenig Lärm durchdringen kann». Nebst TV- und Radioanschluss verfügen die Denkzellen dank einer Standleitung über direkten Internetzugang. Dies entlastet nicht zuletzt auch die Arbeitsplätze an der Universität und an der ETH, ermöglichen diese Standleitungen doch eine schnelle Verbindung zu den Servern der Hochschulen.

Die Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen sind komplett möbiliert und mit Geschirr ausgestattet. (Bild: Christoph Schumacher)

Funktionaler Wohnraum

Auf den ersten Blick wirken die Wohnungen des Bülachhof etwas eng. Die Küche und der Wohnraum werden von zwei Nasszellen unterbrochen. Je zwei Zimmer teilen sich eine solche WC-Dusche-Kombination. Die Zimmer haben jeweils einen unmittelbaren Zugang zum WC. Auf diese Weise entstehen teilweise enge Durchgänge. Mit dieser Kritik konfrontiert erklärt Langenegger: «Wir müssen bei der Wohnsituation der Studierenden davon ausgehen, dass Leute zusammenwohnen, die sich nicht gut kennen und die unter Umständen auch einmal für sich sein wollen. Der unmittelbar zugängliche Nassbereich ist eine Qualität, ebenso der strukturierte Wohnbereich. Dies ermöglicht es, die Wohnung nicht nur in einer Gruppe zu nutzen.»

Die Laube dient als sozialer Begegnungsraum und als Zugang zu den Wohnungen. (Bild: Christoph Schumacher)

Auch Kinder sind willkommen

Studierende sind heute manchmal auch Eltern. Deshalb gehört zum Konzept des Bülachhof auch eine Kinderkrippe. Sie steht primär den Bewohnerinnen und Bewohnern des Bülachhof zur Verfügung, soll aber, falls Plätze frei bleiben, auch von anderen Quartierbewohnerinnen und Bewohnern genutzt werden können.

Stadtpräsident Elmar Ledergerber (links), ETH-Rektor Konrad Osterwalder und Universitäts-Rektor Hans Weder freuen sich über den neuen Wohnraum. (Bild: Christoph Schumacher)

Bezugsbereite Wohnungen zu günstigem Preis

Der Durchschnittspreis für ein Zimmer im Bülachhof beträgt 485 Franken, inklusive Nebenkosten. Die Preise variieren leicht nach Lage und nach Wohnung. Insgesamt 31 Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen und 40 Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen stehen zur Verfügung, wobei letztere bereits komplett möbiliert und sogar mit Geschirr und Besteck ausgestattet sind.

Christoph Schumacher ist freier Journalist und Fotograf.