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Initiative in Sustainable Finance

Eine Brücke schlagen

Das Department of Finance der Universität Zürich startet die «Initiative in Sustainable Finance». Damit will es zu einem weltweit führenden Zentrum für Forschung in diesem Bereich werden und den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft fördern.
Department of Finance
Zacharias Sautner, Co-Direktor der Initiative und Professor für Sustainable Finance, erhofft sich von der Initiative, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Departments Investoren helfen werden, Barrieren für nachhaltiges Investieren zu überwinden.

Die Schweiz gilt als einer der führenden Finanzzentren und verwaltet rund ein Viertel des weltweiten grenzüberschreitenden Vermögens. Bereits in den 1980er Jahren führte das Land als Vorreiterin die ersten nachhaltigen Finanzprodukte ein und etablierte sich damit als bevorzugter Standort für Innovationen auf diesem Gebiet. So konnte sich die Schweiz als international führender Finanzplatz etablieren, wobei die wissenschaftliche Expertise eine wichtige Rolle spielte und spielt.

Vier Schwerpunkte

Vor diesem Hintergrund strebt das Department of Finance der Universität Zürich danach, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Es lancierte Anfang März die «Initiative in Sustainable Finance», welche aktuelle Herausforderungen in diesem Bereich angeht – von den Implikationen des Klimawandels über den Erhalt der biologischen Vielfalt bis hin zu sozialen Belangen und Governance-Fragen. Die Forschung der Initiative fokussiert sich auf vier Hauptgebiete: die Nachhaltigkeit in Finanzinstitutionen, die Integration von künstlicher Intelligenz im Bereich Sustainable Finance, privates nachhaltiges Investieren sowie die Finanzierung von Massnahmen für Klima und Biodiversität.

Praktischer Nutzen

Falko Paetzold sprach an der Auftaktveranstaltung darüber, inwieweit Anleger:innen bereit sind, für positive Umweltauswirkungen ihrer Geldanlagen zu bezahlen. (Bild: zVg)

Wie akademische Forschung genutzt werden kann, um praktische und wichtige Fragestellungen zu klären, demonstrierte das Department anlässlich seiner Auftaktveranstaltung zur Initiative. Dabei wurden vergangene Woche aktuelle Forschungsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

  • Postdoktorandin Chiara Colesanti Senni erläuterte ihre Forschung zur Frage, inwieweit Investoren eine höhere Risikoprämie von Unternehmen verlangten, die «natürlichen Risiken» ausgesetzt sind. Sei es, weil der Betrieb oder ihre Produktion den Risiken von Naturkatastrophen ausgesetzt sind oder weil ihre Aktivitäten die Natur und ihre Ressourcen schädigen können. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass sich Anleger:innen offenbar für die erste Art von Risiko interessieren, aber weniger für die zweite. Damit liefert Colesanti wichtige Anhaltspunkte für regulatorische Massnahmen zur Förderung nachhaltiger Investitionen.
  • Falko Paetzold und sein Team haben untersucht, inwieweit Anleger:innen bereit sind, für positive Umweltauswirkungen ihrer Geldanlagen zu bezahlen. Sie stellen fest, dass für die Investor:innen zwar Nachhaltigkeit wichtig ist, sie aber weniger Wert darauf legen, wie gross die Wirkung auf die Umwelt tatsächlich ist. Vielmehr zähle das gute Gefühl, «grün» zu investieren. Die steigende Beliebtheit nachhaltiger Geldanlagen führt also nicht zwangsläufig zu einer Entlastung der Umwelt. Paetzold schlägt vor, dass regulatorische Massnahmen wie die Förderung des Einsatzes von Nachhaltigkeitsratings und deren Ausrichtung an gesellschaftlichen Zielen helfen könnten, diese Lücke zu schliessen.
  • Zacharias Sautner erörterte, welchen Einfluss Lobbyarbeit im Bereich Klimaschutz auf den Aktienkurs von Unternehmen hat. Seine Forschungsgruppe nutzt öffentlich zugängliche Daten und innovative Methoden der künstlichen Intelligenz, um die schwer durchschaubaren Lobbying-Aktivitäten von Firmen zu analysieren. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Investoren von Unternehmen, die sich gegen Klimaschutzverschärfungen mittels Lobbyarbeit wehren, eine Risikoprämie fordern, um diese Risiken zu kompensieren.

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