Einsteins Dissertation: Bahnbrechende Arbeit der Physik
Albert Einsteins Karriere ist eng mit Zürich verbunden: Einstein studierte von 1896 bis 1900 am Eidgenössischen Polytechnikum Physik und reichte 1905 seine Dissertation «Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen» an der Universität Zürich ein. Am 15. Januar 1906 erhielt er dafür die Doktorwürde und die entsprechende Urkunde.
Danach war er von 1909 bis 1911 Professor für Theoretische Physik an der UZH. Einsteins Zürcher Dissertation wurde in der Folge häufig zitiert. Anhand von Daten über Zuckerlösungen mit bekannter Konzentration und einer neuen Formel für die Diffusion zeigte der Physiker, wie sich aus der Zähflüssigkeit (Viskosität) die Molekülgrösse und die Anzahl Moleküle in einem Mol (Avogadro-Zahl) berechnen lassen. Mit seiner Arbeit stützte Einstein auch die damals umstrittene Hypothese, welche die Existenz von Atomen postulierte.
Die Erkenntnisse dieser Studie haben vielfältige Anwendungen gefunden – etwa in der Bauindustrie und der Petrochemie. Zitiert wird die Arbeit beispielsweise auch in ökologischen Studien, die die Ausbreitung von kleinsten Flüssigkeitstropfen (Aerosolen) in der Atmosphäre behandeln.
Quellen
Albert Einstein: Revolutionizing Physics. Publikation zum 100-jährigen Jubiläum von Albert Einsteins Nobelpreis.
Norbert Straumann: On Einstein’s Doctoral Thesis. Vortrag am gemeinsamen Kolloquium von UZH und ETH Zürich zum 100-jährigen Jubiläum der Einreichung von Einsteins Dissertation, 2005