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Onkologie

Meilensteine in der Krebsmedizin in Zürich

Das Comprehensive Cancer Center Zurich (CCCZ) feiert sein fünfjähriges Bestehen. Es verbindet Krebsmedizin, Forschung und Ausbildung. Am 13. Juni findet an der UZH der Cancer Survivors Day statt, an dem sich Betroffene, Angehörige und Fachpersonen austauschen.
Carole Scheidegger
Mehr als 90 Forschungsgruppen arbeiten am CCCZ interdisziplinär zusammen. (Bild: Yasemin Ünsal )

Von dynamischen Risikovorhersagen über robotergestützte Bildgebung bis zu Makrophagen : Das Comprehensive Cancer Center Zurich (CCCZ) entwickelt und fördert seit fünf Jahren neuartige und vielversprechende Ansätze im Kampf gegen unterschiedlichste Krebsarten.

Im Zentrum steht dabei die so genannte Präzisionsonkologie: Sie setzt sich zum Ziel, Krebserkrankungen präziser zu diagnostizieren und massgeschneiderte, hocheffiziente Therapien zu ermöglichen. Damit soll die Wirkung verbessert und Nebenwirkungen möglichst minimiert werden.

Mehr als 90 Forschungsgruppen beteiligt

Am CCCZ sind neben der Universität Zürich das Universitätsspital Zürich, die Universitätsklinik Balgrist sowie das Universitäts-Kinderspital Zürich beteiligt. Es verbindet Forschung, klinische Expertise und Ausbildung in einem starken interdisziplinären Netzwerk.

Mehr als 90 Forschungsgruppen arbeiten am CCCZ interdisziplinär zusammen. In translationalen Projekten und klinischen Studien werden neue diagnostische und therapeutische Ansätze entwickelt. Das Ziel: die Versorgung und Behandlung von Erwachsenen und Kindern mit Krebs nachhaltig verbessern.

Cancer Survivors Day

Der Anlass hat sich als Begegnungsort für Betroffene, Angehörige sowie Fachpersonen etabliert. (Bild: Nicolas Zonvi)

Das CCCZ pflegt auch den Dialog mit Patient:innen, ehemaligen Patient:innen und Angehörigen. Am 13. Juni 2026 findet zum fünften Mal der vom CCCZ organisierte Cancer Survivors Day statt. Der Anlass hat sich als Treffpunkt für Betroffene, Angehörige sowie Fachpersonen etabliert. Dieses Jahr liegt ein Fokus auf dem Thema Selbstfürsorge nach Krebs. Neben dem Programm mit Vorträgen und Workshops erhält auch der persönliche Austausch viel Raum.

Programm des Cancer Survivors Day 2026

Leuchtturmprojekte

Lesen Sie mehr über aktuelle und abgeschlossene Projekte der CCCZ-Forschung:

INTeRCePT 3.0: Dynamische, individualisierte Risikovorhersage zur Verbesserung der Behandlung von Lymphomen

Im Zurich Precision Oncology Consortium INTeRCePT 3.0 entwickeln Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen neue personalisierte Behandlungsmethoden für Patient:innen mit Lymphdrüsenkrebs. Über 1‘000 Tumor- und Blutproben werden vor und insbesondere während der Therapie analysiert, um Veränderungen von Tumor und Immunsystem früh zu erkennen.

Mithilfe moderner Computermodelle wird so ein persönliches Risikoprofil erstellt, das frühzeitig zeigt, ob eine Therapie wirkt oder nicht. So können Patient:innen schneller auf wirksamere Therapien umgestellt werden, Nebenwirkungen reduziert und aggressive Krankheitsverläufe besser kontrolliert werden. Im Gegensatz zu klassischen Studien betrachtet das Projekt nicht nur einzelne Zeitpunkte, sondern den gesamten Krankheitsverlauf, um die bestmögliche Behandlung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu finden.

Das Zurich Precision Oncology Consortium (ZPOC) markiert die erste strukturelle Zusammenarbeit des Comprehensive Cancer Center Zurich (CCCZ), des Tumor Profiler Center (TPC) und The LOOP Zurich, um die translationale Krebsforschung am Standort Zürich gemeinsam weiter zu stärken.

Leitung: Thorsten Zenz, Prof. Dr. med., Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie, USZ
Förderperiode: 2026–2030
Fördervolumen: CHF 4.050 Mio. (CCCZ, The LOOP Zurich, TPC)

Mehr Informationen zum Projekt INTeRCePT 3.0

MIRACLE: Phase-I-Studie mit multifunktionalen CAR-Immunzellen bei Glioblastom

Das Glioblastom ist der häufigste bösartige Hirntumor bei Erwachsenen und bleibt trotz Operation, Bestrahlung und Chemotherapie unheilbar – die meisten Betroffenen überleben im Schnitt nur etwa 20 Monate. Neue Behandlungen werden dringend benötigt. Ein vielversprechender Ansatz sind CAR-Immunzellen: körpereigene Abwehrzellen, die im Labor so verändert werden, dass sie Krebs gezielt erkennen und bekämpfen.

Eine neue Technologie ermöglicht es, diese Zellen innerhalb weniger Stunden statt Wochen herzustellen. In der geplanten Phase-I-Studie MIRACLE sollen sie direkt während einer Operation über einen kleinen Katheter in den Tumorbereich gegeben werden. Ziel ist es zu prüfen, ob diese Therapie sicher ist und das Immunsystem langfristig gegen den Tumor aktiviert.

Leitung: Tobias Weiss, PD Dr. med., Klinik für Neurologie, USZ
Förderperiode: 2026–2029
Fördervolumen: CHF 2.079 Mio.

Mehr Informationen zum Projekt MIRACLE

BRAVE-Lung: Roboterunterstützte Lungenspiegelung bei Lungenkrebs im Frühstadium – eine neuartige Krebstherapie

Lungenkrebs ist oft tödlich, weil er meist spät erkannt wird. Die Klinik für Pneumologie hat als erste in Europa eine spezielle roboterunterstützte Lungenspiegelung mit integrierter Bildgebung eingeführt, mit der selbst kleinste Veränderungen in der Lunge präzise und schonend untersucht werden können. In der BRAVE-Lung Studie prüfen wir, ob durch die roboterunterstützte Lungenspiegelung nicht nur Diagnosen, sondern auch direkt Behandlungen möglich sind – ohne Operation und in nur einem Eingriff. Dabei wird der Tumor über die Atemwege erreicht und mit Hitze zerstört. Das Verfahren ist besonders für Menschen geeignet, die zu schwach für eine Operation sind. In der Studie mit 40 Patienten testen wir, ob die Methode wirksam und sicher ist, ob Komplikationen auftreten und wie gut das Verfahren in der Praxis funktioniert. Gelingt das, entsteht eine neue, schonende Therapieoption für frühen Lungenkrebs.

Leitung: Caroline Steinack, Dr. med., Klinik für Pneumologie
Förderperiode: 2026–2029
Fördervolumen: CHF 445‘000

Mehr Informationen zum Projekt BRAVE-Lung

MACROCURE: Phagocyten gegen Krebs

Immuntherapien helfen dem Körper, Krebs selbst zu bekämpfen. Bisher konzentrierte sich die Forschung vor allem auf T-Zellen und Antikörper, die Tumorzellen direkt angreifen. Das MACROCURE Projekt untersucht dagegen Makrophagen – Fresszellen, die häufig in Tumoren vorkommen und dort von Krebszellen beeinflusst werden. Im Fokus stehen drei schwere Krebserkrankungen: das diffuse grosszellige B-Zell-Lymphom, die akute myeloische Leukämie und das Glioblastom (ein bösartiger Hirntumor). Ziel ist es, Makrophagen so umzuprogrammieren, dass sie Tumoren aktiv zerstören oder Medikamente gezielt dorthin transportieren. Die vielversprechendsten Ansätze sollen schliesslich in ersten klinischen Studien geprüft werden.

Leitung: Anne Müller, Prof. Dr., Institute of Molecular Cancer Research, UZH
Förderperiode: 2026–2029
Fördervolumen: CHF 1.750 Mio.

Mehr Informationen zum Projekt MACROCURE

IMMUNO-CAR ZURICH: Innovative Zelltherapien für eine gezielte Krebsbehandlung

IMMUNO-CAR ZURICH (ZURICAR) zielt darauf ab, innerhalb des CCCZ innovative Plattformen für die effektive, flexible, sichere und kosteneffiziente Produktion von Chimeric Antigen Receptor (CAR)-Immunzellen zu entwickeln. Dies sind genetisch manipulierte körpereigene Immunzellen, die gezielt an Krebszellen andocken und diese zerstören. Die Zellprodukte werden im Wyss Zentrum Zurich hergestellt und sollen in klinischen Phase-I-Studien bei Patient:innen mit dringendem Bedarf für effektive Therapien eingesetzt werden.

Leitung: Chiara Magnani, Prof. Dr. med., Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie, USZ
Förderperiode: 2023–2026
Fördervolumen: CHF 2 Mio.

Mehr Informationen zum Projekt ZURICAR

OMDZH: Oligometastasierung besser verstehen, gezielter behandeln

Oligometastasierung beschreibt einen Zustand der begrenzten Metastasierung von soliden Tumoren, bei welchem durch die Kombination einer medikamentösen Therapie zusammen mit einer lokalen Therapie aller sichtbaren Tumorherde eine Chance auf Langzeitüberleben oder sogar Heilung besteht. OMDZH setzt sich zum Ziel, das Verständnis oligometastatischer Erkrankungen zu verbessern und kombinierte Behandlungsstrategien zu entwickeln, die ein frühzeitiges molekulares Ansprechen berücksichtigen, und die individuelle Lebensqualität in die Patientenentscheidung einbinden.

Leitung: Matthias Guckenberger, Prof. Dr. med., Klinik für Radioonkologie, USZ
Förderperiode: 2023–2026
Fördervolumen: CHF 2 Mio.

Mehr Informationen zum Projekt OMDZH

Cancer Microbiome: Darmbakterien gegen Krebs

Aktuelle Studien zeigen, dass die Zusammensetzung der Milliarden von Bakterien in unserem Mikrobiom im Darm direkte Folgen für die Wirksamkeit gewisser Therapien hat. Diese Erkenntnisse aus dem Innenleben des Darms werden im CCCZ-Leuchtturmprojekt «Cancer-Microbiome» durch ein interdisziplinäres Team untersucht. Ziel ist es, die massgebenden Bakterien und molekularen Mechanismen zu entschlüsseln und die Ansprechraten auf eine Immuntherapie zu erhöhen.

Leitung: Michael Scharl, Prof. Dr. med., Klinik für Gastroenterologie, USZ
Förderperiode: 2022–2025
Fördervolumen: CHF 1.650 Mio.

Mehr Informationen zum Projekt Microbiome

PROMIS: Präzisionsonkologie zur Verbesserung der Überlebenschancen von Krebspatient:innen mit ZNS-Metastasen

Metastasen des zentralen Nervensystems (ZNS) stellen aufgrund ihrer steigenden Prävalenz und ihrer negativen Auswirkung auf die Lebensqualität und das Überleben eine zunehmende Herausforderung dar. Im Rahmen von PROMIS werden mit Hilfe von modernsten molekularen Analysen Schwachstellen von Hirnmetastasen aufgedeckt und die Wechselwirkung mit dem Gehirngewebe genauer untersucht. Die neu gewonnenen Erkenntnisse sollen für die Entwicklung gezielter therapeutischer Ansätze genutzt werden.

Leitung: Emilie Le Rhun, PD Dr. med., Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie, USZ
Förderperiode: 2022–2025
Fördervolumen: CHF 150‘000

Mehr Informationen zum Projekt PROMIS