Atomphysik

Schrödingers Schicksalstage

In seinen Zürcher Jahren revolutionierte der spätere Nobelpreisträger Erwin Schrödinger die Physik. Der Durchbruch gelang ihm in den Weihnachtsferien 1925 in Arosa. Mehr dazu im Video.

Thomas Gull

Villa Frisia (rechts) in Arosa: Hier verbrachte Erwin Schrödinger mit seiner Geliebten 1925 die Weihnachtstage. (Video: Thomas Gull und Stephan Läuppi)

 

Der österreichische Physiker Erwin Schrödinger fährt über die Weihnachts- und Neujahrstage 1925/26 für ein paar Tage nach Arosa um auszuspannen. Schrödinger ist zu dieser Zeit Professor für Theoretische Physik an der UZH. Als er nach Zürich zurückkehrt, berichtet der Physiker einem Kollegen, er sei wegen «einiger Berechnungen» kaum zum Skifahren gekommen. Schrödingers «Berechnungen» betreffen eine neue Atomtheorie, die ihn schon seit ein paar Monaten beschäftigt. In Arosa gelingt ihm der Durchbruch: Er formuliert erstmals seine so genannte «Wellengleichung», die als «Schrödingergleichung» in die Geschichte der Physik eingehen wird.

Mit seiner Gleichung revolutioniert Schrödinger die Atomphysik. Sie beschert ihm das Lob seiner Kollegen – «der Gedanke Ihrer Arbeit zeugt von echter Genialität!» (Albert Einstein), und J. Robert Oppenheimer lobt: «Hier ist diese äusserst hübsche Theorie, möglicherweise eine der perfektesten, akkuratesten und schönsten, die der Mensch je entwickelt hat» – und wird 1933 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Schrödingers Schicksalstage werden im Kurzfilm «Eros & Atome» geschildert, in dem Laura Baudis, Professorin für Physik an der UZH, erklärt, was Schrödingers bahnbrechende Theorie für die Physik bedeutet. Der Film ist Teil der Ausstellung «Erwin Schrödinger & Thomas Mann – Lebenswende in Arosa», die noch bis im April 2018 im Heimatmuseum in Arosa gezeigt wird.

 

Thomas Gull, Redaktor UZH Magazin

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