Infrastruktur

Neue Direktion für Immobilien und Betrieb

Um die grossen Bauvorhaben der kommenden Jahrzehnte bedarfsgerecht steuern zu können, erhält die Universität Zürich ab 1. Januar 2018 eine Direktion Immobilien und Betrieb. Bis ein Direktor oder eine Direktorin gefunden ist, übernimmt Peter Bodmer interimistisch die Leitung.

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Irchel
«Für die Attraktivität einer Universität ist die Qualität ihrer Infrastruktur ein zentraler Faktor», sagt Rektor Michael Hengartner. Im Bild: Der UZH-Standort Irchel.

 

Der UZH stehen in den kommenden Jahrzehnten grosse und überaus komplexe Bauvorhaben bevor. Die 5. Bauetappe auf dem Campus Irchel und das Projekt «FORUM UZH» laufen bereits, dazu kommen demnächst weitere Grossprojekte im Rahmen der Entwicklung des Hochschulgebietes Zentrum und des Campus Irchel. Parallel dazu werden jährlich etwa 250 kleine bis mittlere Infrastrukturprojekte geführt. Die Kosten für den Erhalt und die Erneuerung der Immobilien erfordern künftig Investitionen von über 150 Millionen Franken pro Jahr. Sie übersteigen damit die heute eingesetzten Mittel um ein Vielfaches.

Damit die erforderlichen Infrastrukturprojekte möglichst bedarfsgerecht realisiert werden können, hat der Kanton Zürich der UZH im Jahr 2015 grosse Steuerungskompetenzen im Immobilienbereich übertragen. Das sogenannte «Delegationsmodell» sieht vor, dass die UZH bei Um- und Neubauten die Bauherrenfunktion und die Portfoliosteuerung übernimmt, das heisst, sie definiert ihren Infrastrukturbedarf, stösst Bauvorhaben an, entwickelt diese und steuert die Projektierungs- und Realisierungsprozesse.

«Für die Attraktivität einer Universität ist die Qualität ihrer Infrastruktur ein zentraler Faktor», sagt Rektor Michael Hengartner. Unser Ziel ist es, die universitären Bauten so zu planen, dass sie bestmöglich auf den Bedarf der Forschenden, Lehrenden und Studierenden abgestimmt sind. Deshalb sind für die UZH Steuerungskompetenzen im Bereich der Immobilienentwicklung so wichtig.»

Komplexität und Bedeutung der Generationen-Projekte verlangen Stärkung der Organisation

Seit 2015 hat die UZH wichtige Schritte zur Professionalisierung des Immobilienmanagements vollzogen. Die bisherigen Arbeiten zur Umsetzung des Delegationsmodells haben nun aber gezeigt, dass die Herausforderungen im Rahmen der geltenden Organisation nicht mehr bewältigt werden können. Sichtbar wird dies unter anderem bei den zentralen Grossvorhaben.

Ausgehend von dieser Sachlage hat der Universitätsrat am 30. Oktober 2017 strategische Festlegungen zur künftigen Organisation des Immobilienwesens UZH getroffen. Als mittelfristige Massnahme empfahl er der Universitätsleitung, eine Neuorganisation des Immobilienbereichs im Rahmen des laufenden Projekts «Stärkung der Führung UZH» zu prüfen. Der Universitätsrat legte der Universitätsleitung nahe, der Bedeutung und dem Volumen des Immobilienbereichs für die UZH gerecht zu werden, sich insbesondere an den unterschiedlichen Ansprüchen und Haltungen von Bauherren, Bauherrenvertreter und Besteller auszurichten und Aufgaben, Kompetenzen und Zuständigkeiten im Sinne von Good Governance zu gestalten. Als kurzfristige Massnahme empfahl der Universitätsrat, die Bereiche Finanzen und Immobilien möglichst rasch zu entflechten und eine interimistische Leitung einzusetzen.

«Die UZH hat in den letzten beiden Jahren grosse Anstrengungen unternommen, um ihrer neuen Rolle als Bauherrin gerecht zu werden», sagt Rektor Michael Hengartner. «Die Bauvorhaben haben in den letzten Jahren enorm an Bedeutung und Komplexität gewonnen. Mit der Neuorganisation gewinnen wir an Stärke um die anstehenden Generationen-Projekte gut aufzugleisen.»

Immobilienexperte gesucht

An seiner gestrigen Sitzung hat der Universitätsrat nun eine Neuorganisation des UZH Immobilienbereichs per 1. Januar 2018 beschlossen. Sie wird im ersten Quartal 2018 sukzessiv umgesetzt. Zweck der Neuorganisation ist, dass die UZH künftig Gebäude für Studierende, Forschende, Dozierende und Mitarbeitende effizienter und bedarfsgerechter planen und bauen kann als bisher.

Die beschlossene Neuorganisation umfasst zwei Elemente:

  • Erstens wird das Immobilienwesen aus der bisherigen Direktion Finanzen, Personal und Infrastruktur herausgelöst und erhält eine eigene Direktorin bzw. einen eigenen Direktor. Diese Person soll der Universitätsleitung angehören.
  • Zweitens wird der neue UL-Bereich Immobilien und Betrieb nach Hauptprozessen gegliedert. Er soll eine Abteilung für Strategische Immobilienplanung, für Portfoliomanagement, für Projekte und für Bewirtschaftung («Dienste») umfassen. Dies bedeutet, dass die heutigen Einheiten teilweise reorganisiert werden.

Das Bedürfnis nach Fachexpertise im Immobilienbereich lässt sich am nachhaltigsten durch die Schaffung einer zusätzlichen Direktion Immobilien lösen. Alternativen wie eine Angliederung des Immobiliendossiers beim Rektor oder einem/-r bestehenden Prorektor/-in oder die Schaffung eines vierten Prorektorats «Infrastruktur» unter der Leitung eines Professors oder einer Professorin wurden auch in Erwägung gezogen, aber aus oben gennannten Gründen als weniger zielführend eingeschätzt.

Silvia Steiner, Bildungsdirektorin und Präsidentin des Universitätsrats, zeigt sich erfreut über die Neuerungen: «Die neue Direktion Immobilien und Betrieb wird gewährleisten, dass das Immobilienwesen der UZH fortan seiner Bedeutung entsprechend in der Universitätsleitung vertreten ist und die nötigen Kapazitäten zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben bereitstehen», sagt sie.

Auch Stefan Schnyder, der bisherige Direktor Finanzen, Personal und Infrastruktur, begrüsst die Neuorganisation des Immobilienwesens an der UZH. «Angesichts der Dimensionen und der Komplexität der anstehenden Projekte ist die Entflechtung der Bereiche Finanzen und Infrastruktur die richtige Lösung. Dieses Modell hat sich auch an anderen Hochschulen wie etwa der ETH bewährt. Es wird auf diese Weise einfacher als bisher, den unterschiedlichen Ansprüchen und Haltungen von Bauherren, Bauherrenvertretern, Bestellern zu genügen.»

Stefan Schnyder und Rektor Michael Hengartner nennen noch weitere Pluspunkte der Neuorganisation:

  • Sie stärkt die Kompetenz zur Definition von Anforderungen an die Bauten der UZH.
  • Sie sorgt für eine Bündelung der Expertise und Verantwortung in den Hauptprozessen.
  • Sie stellt sicher, dass die Bedeutung des Immobilienwesens organisatorisch abgebildet wird und die nötigen Kapazitäten zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben bereitstehen.
  • Im Sinne einer Good Governance werden die Bereiche Finanzen und Immobilien entflochten.
  • Zudem erhalten die Angehörigen der UZH klar definierte Zugangsfenster für ihre Anliegen hinsichtlich der Infrastruktur.

Siebenköpfige Universitätsleitung

«Es ist angesichts der grossen strategischen Bedeutung der Immobilienentwicklung von zentraler Bedeutung, dass der Direktor bzw. die Direktorin Immobilien der Universitätsleitung angehört», sagt Michael Hengartner. Die UL wird kommendes Jahr im Zuge des Projekts «Stärkung der Führung UZH» reorganisiert. In diesem Kontext steht auch die Neuorganisation des Immobilienwesens. Ziele dieses Projekts sind die Stärkung der Strategie- und Zukunftsfähigkeit der Universitätsleitung, die Professionalisierung aller Stufen im Sinne stufengerechter Kompetenzen und möglichst einfacher Entscheidungsprozesse sowie die Optimierung der Aufgabenteilung innerhalb der Universitätsleitung.

Zukünftig wird sich die Universitätsleitung aus sieben Mitgliedern zusammensetzen, nämlich aus fünf Vertreterinnen und Vertretern der Akademie (Rektorin bzw. Rektor, drei Prorektorinnen bzw. Prorektoren sowie eine Direktorin bzw. ein Direktor Universitäre Medizin) und zwei Fachspezialisten bzw. Fachspezialistinnen (Direktion Finanzen und Personal, Direktion Immobilien und Betrieb). Die gesetzlichen Grundlagen (Universitätsgesetz und Universitätsordnung) dafür müssen noch angepasst werden. Bis dahin nimmt die Direktorin bzw. der Direktor Immobilien als ständiger Gast (ohne Stimmrecht) in der Universitätsleitung Einsitz.

Es liege im Interesse der UZH, dass die Arbeit an den grossen Infrastrukturprojekten zügig fortgesetzt werden könne, daher sei eine rasche Umsetzung der beschlossenen Neuorganisation des Immobilienwesens an der UZH angezeigt, sagt Rektor Michael Hengartner.

Mit Peter Bodmer steht der UZH für die interimistische Leitung des Bereichs Immobilien und Betrieb ein ausgewiesener Experte zur Verfügung. Bodmer hat in den letzten Jahren federführend die Entwicklung des Hochschulgebietes Zürich Zentrums geprägt. Er wird für die UZH ebenfalls den Vorsitz bei der Steuerung der Projekte «FORUM UZH» (Wässerwies) und «UZI5» übernehmen. Er verfügt über das Fachwissen und die nötige Erfahrung, um eine effiziente Zusammenarbeit der UZH, den Bau- und Bildungsdirektionen und weiteren Beteiligten zu gewährleisten. Peter Bodmer wird die interimistische Leitung des Bereichs Immobilien und Betrieb ab 1. Januar 2018 übernehmen.

 

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