Weiterbildung

Akademische Achse China – Schweiz

Die UZH und die chinesische New Huadu Business School bieten gemeinsam ein neues Weiterbildungsprogramm für Studierende aus Europa und China an. In der vergangenen Woche fand die offizielle Eröffnung des MAS an der Universität Zürich statt.

Marita Fuchs und Tiffany Cheok

Gruppe Studierende und Organisatoren
Gruppe Studierende und Organisatoren
Gruppenbild mit 30 Studierenden des ersten MAS European and Chinese Business Management und Gästen der Eröffnungsveranstaltung. Reihe vorn (v.l.n.r.): Professor HE Zhiyi, Vorsitzender der New Huadu Business School, Prorektor Christian Schwarzenegger, Geng Wenbing, chinesischer Botschafter in der Schweiz, Andrea Schenker-Wicki, Rektorin der Universität Basel und Harald Gall, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. (Bild: Adrian Ritter)

China als die zweitgrösste Wirtschaftsmacht der Welt ist für die Schweiz nicht nur ein wichtiger Handelspartner – auch das Investitionsvolumen, das aus dem Reich der Mitte ins Land fliesst, ist imposant, wie jüngste Firmenkäufe zeigen. Bereits über 600 Schweizer Unternehmen sind zudem in China tätig, Tendenz steigend. Um sich erfolgreich auf dem internationalen Parkett zu bewegen, sind die vertiefte Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Wirtschaftssystem sowie der jeweiligen Kultur unabdingbar. Der neue «MAS European and Chinese Business Management» richtet sich an Studienabgänger und Studienabgängerinnen aus Europa und China mit erster Praxiserfahrung, die bereit sind, sich in einen intensiven, interkulturellen Austausch zu begeben und im Ausland in eine andere Unternehmenskultur einzutauchen.

Die Grundlage für diese innovative Zusammenarbeit zwischen der UZH und der New Huadu Business School geht auf eine Vereinbarung zurück, die unter der Schirmherrschaft von Bundesrat Ueli Maurer und dem chinesischen Premierminister Li Keqiang im Jahr 2013 geschlossen wurde. Am vergangenen Mittwoch fand nun die offizielle Eröffnungszeremonie des neuen Weiterbildungsprogramms an der UZH statt.

Tradition und Moderne

Zahlreiche Gäste waren geladen, darunter auch der chinesische Botschafter in der Schweiz, Geng Wenbing. Er betonte in seiner Ansprache, wie wichtig solche Sino-Swiss-Kooperations- und -Weiterbildungsprogramme für die Zukunft seien. Besonders dynamisch sei die Zusammenarbeit zwischen der UZH und der New Huadu Business School auch deshalb, weil zwei ganz unterschiedliche Institutionen aufeinanderträfen: Auf der einen Seite die UZH, mit ihrer langen wissenschaftlichen Tradition und Reputation und auf der anderen die New Huadu Business School, eine sehr junge und aufstrebende Business School in China.

Professor HE Zhiyi, Vorsitzender der New Huadu Business School, bedankte sich im Besonderen bei der ehemaligen Prorektorin der UZH, Andrea Schenker-Wicki; sie habe die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und Schweizer Universitäten stets unterstützt und gefördert. Zudem sei er überzeugt, dass die interkulturell ausgebildeten Studierenden einen wichtigen Beitrag zu einer globalisierten Zukunft leisten könnten. Dem schloss sich der jetzige UZH-Prorektor Christian Schwarzenegger an. Er hob hervor, wie wichtig es für die Wirtschaft und das gegenseitige Verständnis sei, dass Menschen sich in beiden Kulturen – der chinesischen und der europäischen – auskennen.

Unternehmensetikette erlernen

Wie Erfahrungen aus der Vergangenheit gezeigt haben, kommen europäische Führungskräfte im Reich der Mitte mit ihrem westlichen Managementstil oft nicht weit. Sie sollten die Umgangsformen kennen und auf Hierarchien achten, die im Arbeitsalltag eine wesentlich grössere Rolle spielen als im Westen. «Interkulturelle Kompetenz ist der Schlüssel zum Erfolg», sagte Harald Gall, UZH-Professor und Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät unter dessen Schirmherrschaft das Programm an der UZH steht. Das 4-monatige Praktikum in einem Schweizer oder chinesischen Unternehmen, ein Schwerpunkt der Ausbildung, bietet den Studierenden die Möglichkeit, wichtige Erfahrungen mit der landesüblichen Unternehmensetikette zu sammeln. Notwendig und hilfreich ist dabei der Erwerb der jeweiligen Sprache. Unterrichtssprache des Weiterbildungskurses ist Englisch.   

Michelle Bantel – sie sprach stellvertretend für die Studienteilnehmenden aus Europa  – findet die chinesische Sprache faszinierend. Sie reiste deshalb mehrmals nach China, um an Sprachkursen teilzunehmen. Nun freue sie sich, mehr über die chinesische Wirtschafts- und Unternehmenskultur zu erfahren, sagte sie. GUO Nanqing, Teilnehmer aus China, zeigte sich auch begeistert. Er werde den MAS mit Freude, Courage und Durchhaltewillen absolvieren.

Marita Fuchs, Redaktorin UZH News, und Tiffany Cheok, Program Administrator MAS European and Chinese Business Management

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