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Jahresmedienkonferenz der UZH

Spezialisierung erst auf Masterstufe

Die Universität Zürich will die Profile ihrer Bachelor- und Masterstudiengänge bis 2020 schärfen. Der Bachelor soll die wissenschaftlichen Grundlagen vermitteln, der Master der Spezialisierung dienen. In der Mathematisch-naturwissenschaftlichen sowie der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ist das Modell bereits weitgehend verwirklicht.
Adrian Ritter

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Informierte an der Jahresmedienkonferenz darüber, wie Bachelor- und Masterstudium an der UZH klarer getrennt werden sollen: Rektor Michael Hengartner. (Bild: Adrian Ritter)

«Wir haben in den letzten zehn Jahren viel erreicht» bilanzierte UZH-Rektor Michael Hengartner an der heutigen Jahresmedienkonferenz der Universität Zürich: Das Bologna-System ist gesamtuniversitär eingeführt, die Betreuungsverhältnisse konnten verbessert werden, neue Studienangebote wurden geschaffen, Kooperationen mit anderen Universitäten wurden ausgebaut und die Doktoratsstufe gestärkt.

Darauf ausruhen wolle man allerdings nicht, denn: «Die Bedürfnisse der Studierenden verändern sich», so Hengartner. Sie wollen vermehrt interdisziplinäre Studiengänge belegen und Fächer kombinieren. Auch der Wunsch nach Mobilität wachse bei den Studierenden – ein Anliegen, das Hengartner dezidiert unterstützt: «Mein Wunsch wäre, dass langfristig 50 Prozent der Studierenden während ihres Studiums ein Semester an einer anderen Universität besuchen.» 

Grundlagen und Spezialisierung trennen

Bis 2020 will die Universitätsleitung das Studium an der UZH neu ausrichten: Bachelor- und Masterstudium sollen klarer getrennt und ihr Profil geschärft werden. Das Bachelorstudium soll breit die Grundlagen eines Faches vermitteln und erst der Master der Spezialisierung dienen. Beim Zugang zum Masterstudium sollen die bisher erworbenen Kompetenzen bei fachfremden Personen «sur dossier» daraufhin geprüft werden, ob sie für das beabsichtigte Masterstudium genügen.

Bereits weitgehend umgesetzt ist das neue Modell von Bachelor und Masterstudium an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen und an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Während die Studierenden früher beispielsweise einen Bachelor in «Anthropologie» oder «Mikrobiologie» erwerben konnten, ist diese Spezialisierung heute erst auf der Masterstufe möglich. Auf der Bachelorstufe wird lediglich Biologie als Abschluss angeboten – dafür mit einem Einblick für alle Studierenden in die verschiedenen biologischen Teilbereiche.

Forschungsnah studieren

Im Masterstudium sollen Studentinnen und Studenten in Zukunft noch vermehrt wissenschaftlich und forschungsnah arbeiten können, sagte Michael Hengartner: «Durch den verstärkten Forschungsbezug und die Spezialisierung können sich die Masterstudiengänge auch international besser profilieren.» Zudem erlaube es die neue Ausrichtung, die Diversität der an der UZH beheimateten Fächer noch besser zur Geltung zu bringen.

Veränderungen plant die Universitätsleitung auch zu Beginn des Studiums: Mithilfe von Assessments, der Förderung von Tutoraten und Mentoring sollen sich die Studierenden zukünftig schneller und besser orientieren – und auch die Sicherheit gewinnen, dass sie den für sie richtigen Studiengang gewählt haben. Damit hofft man nicht zuletzt die Abbruchquote senken zu können.

Zur Diskussion steht auch die heutige Studienarchitektur mit Hauptfach und zwei Nebenfächern. Denkbar ist, dass Bachelor- und Masterstudierende stattdessen in Zukunft ein Major- sowie ein Minor-Studienprogramm belegen.

Stellte den neuen Studiengang Biomedizin vor: Physiologie-Professor Carsten Wagner. (Bild: Adrian Ritter)

Neuer Studiengang Biomedizin

Vorgestellt wurde an der Jahresmedienkonferenz auch der neu geschaffene Studiengang «Biomedizin». Er vereint multidisziplinär Naturwissenschaften mit Medizin und richtet sich an Personen, die später beispielsweise in der klinischen Forschung und Lehre an Hochschulen, in Universitätsspitälern oder in der Industrie tätig sein wollen.

«Der neue Studiengang Biomedizin entspricht dem Bedürfnis nach einer Fokussierung auf den Menschen in der medizinischen Forschung und ist eine Alternative zu Biologie, Biochemie und Humanmedizin», erklärt Carsten Wagner, Professor für Physiologie und Co-Leiter des neuen Studiengangs. Die Nachfrage nach dem neuen Studienfach sei sogar grösser gewesen als erwartet – 250 Studierende haben sich im Herbstsemester dafür eingeschrieben.

Wertschöpfung von 5,1 Milliarden Franken

Zum Abschluss der Jahresmedienkonferenz präsentierte Rektor Hengartner die vergangene Woche in Brüssel vorgestellte Wertschöpfungsstudie der Vereinigung der europäischen Forschungsuniversitäten (LERU). Demnach generierte die UZH im Jahre 2014 einen wirtschaftlichen Nutzen von 5,1 Milliarden Franken und unterstützte rund 42’400 Arbeitsplätze. Diese Wertschöpfung erreichte sie durch ihre Löhne und Sachausgaben, ihren Wissenstransfer (Technologietransfer, Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Startups), die Konsumausgaben und die beruflichen Tätigkeiten ihrer Studierenden sowie das Einkommensplus der Absolventinnen und Absolventen durch das Studium.

Alle 21 LERU-Universitäten zusammen erzeugten 2014 einen wirtschaftlichen Nutzen von 71,2 Milliarden Euro und unterstützten rund 900’000 Arbeitsplätze. Was diese Zahlen nicht widerspiegeln, ist die Leistung, welche die Universitäten durch ihren Kernauftrag erbringen, so Michael Hengartner: «Wir bilden die nächste Generation der Akademikerinnen und Akademiker aus und generieren Wissen für die Gesellschaft.»