Doktoratsprogramm «Biomedical Ethics and Law»

Den Blick auf die Medizin erweitern

Medizinische Entwicklungen werfen oft auch ethische und rechtliche Fragen auf. Wer sich zur Fachperson dafür ausbilden lassen will, dem bietet sich ab Herbst 2009 mit dem Doktoratsprogramm «Biomedical Ethics and Law» eine neue Möglichkeit.

Adrian Ritter

Expertinnen und Experten gesucht: die medizinische Forschung bringt auch neue ethische und rechtliche Fragen mit sich. (Bild: Stockxpert)

Klonen, embryonale Stammzellen oder Sterbehilfe sind nur einige der intensiv diskutierten Themen in der Medizin. Die Fortschritte in der medizinischen Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten haben auch zahlreiche rechtliche und ethische Fragen mit sich gebracht. Entsprechend steigt der Bedarf an Expertinnen und Experten, die sich im Medizinrecht und der biomedizinischen Ethik auskennen.

Schwerpunkt wählen

Eine Möglichkeit, sich das entsprechende Wissen anzueignen und zu diskutieren, bietet das Doktoratsprogramm «Biomedical Ethics and Law». Es ist das erste seiner Art in der Schweiz  und wird mit seiner strukturierten Form des Doktorats auch weltweit nur an wenigen Hochschulen angeboten.

Entwickelt wurde das Programm gemeinsam von der Rechtswissenschaftlichen und der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich. Es gehört zu den fakultätsübergreifenden Doktoratsprogrammen, welche an der UZH im Rahmen der Bologna-Reform eingeführt wurden.

Das neue Angebot richtet sich an Juristinnen und Juristen, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere qualifizierte Teilnehmende. Die Doktorierenden können entweder an der Rechtswissenschaftlichen oder an der Medizinischen Fakultät promovieren. Entsprechend absolvieren sie das Programm mit einem Schwerpunkt im Recht («Law Track») oder in der biomedizinischen Forschung («Medical Track»).

Forschung und Beratung

Im «Law Track» werden sich die Doktorierenden vertieft mit Medizin- und Gesundheitsrecht (Arzt-Patient-Verhältnis, Medizinstrafrecht u.a.) auseinandersetzen, während der «Medical Track» mehr Gewicht legt auf die Methoden und gegenwärtigen Diskussionen der biomedizinischen Ethik.

Pflichtmodule sorgen aber dafür, dass alle Absolvierenden die Grundlagen sowohl der rechtlichen wie ethischen Fragen kennen lernen. Das Doktoratsprogramm will aber nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch neues Wissen schaffen. So werden sich die Teilnehmenden im Rahmen ihrer Dissertation mit aktuellen Forschungsfragen beschäftigen.

Das Programm soll seine Absolvierenden auf berufliche Tätigkeiten im Bereich der Forschung, des Medizin- und Gesundheitsrechts oder beispielsweise der Ethik-Beratung vorbereiten. Denkbar ist aber auch, das Doktoratsprogramm vor einer klinischen Tätigkeit zu nutzen, um den Blick auf ethische und rechtliche Fragen im medizinischen Alltag zu schärfen.

Das Doktoratsprogramm «Biomedical Ethics and Law» dauert in der Regel drei Jahre und umfasst 30 Kreditpunkte. Studierende der Medizin bzw. der Rechtswissenschaft haben die Möglichkeit, bereits nach dem dritten Studienjahr (Medizin) bzw. unter Anrechung bisheriger Studienleistungen (Rechtswissenschaft) ins Programm einzusteigen. Die Veranstaltungen des «Law Tack» werden hauptsächlich in deutscher Sprache, diejenigen des «Medical Track» ausschliesslich in englischer Sprache stattfinden. Vorgesehen ist, in beiden Schwerpunkten jährlich je fünf bis zehn Doktorierende aufzunehmen. Anmeldeschluss für den Programmbeginn im Herbst 2009 ist der 30. April (Medical Track) bzw. der 15. Mai (Law Track- der Termin ist auf Antrag hin verlängerbar).

Adrian Ritter ist Redaktor von UZH News.

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