Berufungen vom 24. November 2003

Der Universitätsrat ernannte an seiner Sitzung vom 24. November 2003 als ordentliche Professoren Andreas Thier für Rechtsgeschichte, Kirchenrecht und Rechtstheorie in Verbindung mit Privatrecht, Wolfgang Ernst für Römisches Recht und Privatrecht, Christian Ewerhart für Informations- und Vertragsökonomik, Burkhard Stiller für Verteilte Systeme und Kommunikation und Joachim Rosenthal für Angewandte Mathematik. Dr. Alumit Ishai wurde zur Assistenzprofessorin für Kognitive Neurowissenschaften ernannt.

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Prof. Dr. Andreas Thierwurde zum ordentlichen Professor für Rechtsgeschichte, Kirchenrecht und Rechtstheorie in Verbindung mit Privatrecht ernannt. Prof. Thier, geb. 1963, studierte Geschichts- und Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. 1989 schloss er das Studium mit dem ersten Juristischen Staatsexamen und 1990 mit der Magisterprüfung in Geschichte ab. Im Anschluss daran nahm er das Referendariat beim Oberlandesgericht (OLG) in München in Angriff, welches er 1994 mitdem zweiten Juristischen Staatsexamen abschloss. Ab 1992 war Prof. Thier als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche und Bayerische Rechtsgeschichte an der Universität München tätig. 1997 wurde er an der Juristischen Fakultät der LMU promoviert. Im Jahre 2001/2002 erfolgte an derselben Fakultät seine Habilitation. 2002 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo er seit Februar 2003 als C4-Professor tätig ist. Der rechtshistorische Forschungsbereich von Prof. Thier umfasst sowohl das Mittelalter als auch die Neuzeit mit Fachgebieten von der Kirchenrechts- und Verfassungsgeschichte des Mittelalters bis zur Wirtschaftsrechtsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt Prof. Thier verschiedene Auszeichnungen, so u.a. 1999 den Max-Weber-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Ferner wurde er 2000 an der LMU für den Preis für gute Lehre des bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Kultus und Kunst nominiert.

Prof. Dr. Wolfgang Ernstwurde zum ordentlichen Professor für Römisches Recht und Privatrecht ernannt. Prof. Ernst, geb. 1956, studierte an der Universität Bonn Rechtswissenschaften. 1981 schloss er das Studium mit dem ersten Juristischen Staatsexamen am Oberlandesgericht in Düsseldorf ab und wurde anschliessend an der Universität Bonn promoviert. Danach folgte ein Studienaufenthalt in den USA, wo er 1982 an der 'Yale Law School' in New Haven den LL.M. erreichte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland absolvierte Prof. Ernst den Juristischen Vorbereitungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen, bevor er 1985 die zweite Juristische Staatsprüfung ablegte. 1986 übernahm Prof. Ernst eine Assistenztätigkeit am Institut für Römisches Recht an der Universität Bonn, wo er 1989auch habilitiert wurde. 1990 erhielt er als ordentlicher Professor für Römisches und Bürgerliches Recht einen Ruf nach Tübingen. Seit 2000 ist Prof. Ernst Inhaber des Lehrstuhls für Zivilrecht undMitdirektor des Instituts für Römisches Recht und Vergleichende Rechtsgeschichte an der Universität Bonn. Seine wissenschaftlichen Arbeiten zeugen von ausserordentlicher Breite und erweisen ihn als historisch reflektierten Privatrechtler. 1995 wurde Prof. Dr. Wolfgang Ernst der Landeslehrpreis des Landes Baden-Württemberg zugesprochen.

Prof. Dr. Christian Ewerhartwurde zum ordentlichen Professor für Informations- und Vertragsökonomik ernannt. Prof. Ewerhart, geb. 1966, schloss 1993 an der Universität Bonn das Mathematikstudium mit dem Diplom ab. Von 1993 bis 1997 absolvierte er ein 'European Doctoral Program' an der Universität Bonn, wo er von 1995 bis 1997 auch Lehrassistent war. Die Jahre 1994 bis 1995 verbrachte er an der 'London School of Economics' als 'Visiting Graduate Student' in 'Economics', verbunden mit teilzeitlichen Lehraufgaben. 1997 erlangte er an der Universität Bonn und an der 'London School of Economics' den Ph.D. in 'Economics'. Nach Tätigkeiten in der Praxis, so u.a. als 'Head of strategic controlling unit' an der Frankfurter Börse, war Prof. Ewerhart Assistenzprofessor für 'Economics' zunächst von 2000 bis 2002 an der Universität Mannheim und anschliessend an der Universität Bonn. Seit September 2003 ist er als Gastprofessor an der Universität Zürich tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Spieltheorie, Informations- und Industrieökonomie. Prof. Ewerhart ist als 'Referee' für verschiedene Zeitschriften tätig; für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden ihm zahlreiche 'Grants' verliehen.

Prof. Dr. Burkhard Stillerwurde zum ordentlichen Professor für Verteilte Systeme und Kommunikationernannt. Prof. Stiller, geb. 1965, schloss 1990 das Studium der Informatik an der Universität Fridericiana in Karlsruhe mit dem Diplom ab. Danach arbeitete er - unterbrochen von Tätigkeiten als 'Research Fellow' an der 'University of California' in Irvine und an der 'University of Cambridge' - bis 1995 als wissenschaftlicherMitarbeiter am Institut für Telematik der Universität Karlsruhe. 1994 erlangte Prof. Stiller an derselben Universität die Promotion. 1995 wechselte er als Oberassistent und Dozent an die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ). 1999 wurde er am Institut für Technische Informatik und Kommunikationsnetze der ETHZ zum Assistenzprofessor ernannt. 2002 wurde Prof. Stiller in einem Verfahren, das eine der Habilitation vergleichbare Qualifikation bescheinigt, als C4-Professor an die Universität der Bundeswehr in München berufen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen mobile Internet-Dienste, Dienstgüte in Netzen und Preismodelle für Internet-Dienste. Die Forschungsergebnisse von Prof. Stiller haben internationale Beachtung gefunden und weisen ihn als hervorragenden Wissenschaftler aus.

Prof. Dr. Joachim Rosenthalwurde zum ordentlichen Professor für Angewandte Mathematik ernannt. Prof. Rosenthal, geb. 1961, studierte an der Universität Basel Mathematik und schloss das Studium 1986 mit dem Diplom ab. Nach einer Assistenztätigkeit in Basel wechselte er 1987 in die USA, wo er zunächst als 'Teaching und Research Assistant’ an der 'Arizona State University' und dann ab 1989 als 'Research Assistant' und 'Lecturer' an der 'Washington University' in St. Louis tätig war. 1990 erlangte Prof. Rosenthal an der 'Arizona State University' den Ph.D. in 'Mathematics'. Anschliessend war er bis 1995 'Assistant Professor' und dann bis 1999 'Associate Professor' für Mathematik an der 'University of Notre Dame', Indiana. 1999 bis 2000 weilte er als Gastprofessor an der 'École Polytechnique Fédérale de Lausanne' (EPFL).Seit 1999 ist Prof. Rosenthal 'Full Professor' für Mathematik und seit 2001 auch 'Concurrent Professor' für 'Electrical Engineering', beides an der 'University of Notre Dame'. Seit 2003 übt er an dieser Universität zudem das Amt als 'The Notre Dame Chair in Applied Mathematics' aus. Seine Arbeiten gelten schwergewichtig der diskreten algorithmischen Mathematik, ein wichtiges und aktuelles Teilgebiet der angewandten Mathematik. Er zählt international zu den führenden Vertretern in der anwendungsorientierten Algebra, was sich u.a. in der ausserordentlichen Anzahl Einladungen an Universitäten weltweit und der Verleihung zahlreicher Grants und Awards spiegelt.

Weitere Ernennung

Dr. Alumit Ishaiwurde zur Assistenzprofessorin für Kognitive Neurowissenschaften ernannt. Dr. Ishai, geb. 1965, studierte an der 'Hebrew University' in Jerusalem Biologie, Philosophie und Biotechnologie. 1996 schloss sie am 'Departement of Neurobiology' des 'Weizmann Institute of Science' ein Ph.D.-Studium mit Auszeichnung ab. Sie ist heute als 'Research Fellow' am 'National Institute of Mental Health' in Bethesda, USA, tätig.

Rücktritte

Prof. Dr. Jeffrey A. Hubbell, ordentlicher Professor für Biomedizinische Technik und Medizinische Informatik, sowie Prof. Dr. Christoph Auckenthaler, Assistenzprofessor für Betriebswirtschaftslehre, wurden unter Verdankung der geleisteten Dienste, die sie sich um ihre Fachgebiete, die Studierenden und die Universität erworben haben, aus dem Anstellungsverhältnis mit der Universität Zürich entlassen.