Berufungen und Massnahmen in der Publizistikwissenschaft

Der Universitätsrat ernannte an seiner Sitzung vom 24. Februar 2003 Daniel Müller Nielaba zum ordentlichen Professor für Neuere Deutsche Literatur sowie Andreas Schilling zum ausserordentlichen Professor für Experimentalphysik. Des weiteren wurden Raimund Dutzler für Strukturbiologie und Damian Läge für Angewandte Kognitionspsychologie als Assistenzprofessoren ernannt. Ausserdem beschloss der Universitätsrat Massnahmen im Fach Publizistikwissenschaft.

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Der Universitätsrat ernannte Prof. Dr. Daniel Müller Nielaba, geb. 1961, auf den 1. März 2003 zum ordentlichen Professor für Neuere Deutsche Literatur. Prof. Müller Nielaba studierte an der Universität Bern Neuere Deutsche Literatur, Philosophie und Neuere Geschichte. 1989 schloss er sein Studium mit dem Prädikat «ausgezeichnet» ab; seine Promotion als Dr. Phil.-Hist. erfolgte 1992 ebenfalls an der Universität Bern. Die Dissertation trägt den Titel «Wider die ’Vernunft der Sprache‘ ». Zum Verhältnis von Sprachkritik und Sprachpraxis im Schreiben Nietzsches’.1990 wurde Prof. Müller Nielaba «Assistant Diplomé» an der«Section d’Allemand» an der Universität Lausanne. Ab 1995 arbeitete er als Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds am Forschungsprojekt «Gewalt und Sprache bei G.E. Lessing» und absolvierte in diesem Zusammenhang Forschungsaufenthalte in Danzig und Wolfenbüttel. 1997 übernahm Prof. Müller Nielaba eine Vertretung des Lehrstuhls für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Lausanne, wo er 1999 nach einem habilitationsäquivalenten Verfahren zum Privatdozenten für dieses Gebiet ernannt wurde. In der Folge arbeitete er als Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an einem Forschungsprojekt zu Georg Büchner. Im Jahr 2000 folgte eine Vertretung der Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Mit der Berufung auf diese Professur 2002 fand seine wissenschaftliche Tätigkeit als Forscher und Lehrer über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung.

Prof. Dr. Andreas Schilling, geb. 1961, wurde auf den 1. April 2003 an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät zum ausserordentlichen Professor für Experimentalphysik ernannt. Er schloss sein Physikstudium an der ETHZ 1987 mit dem Diplom ab, verfasste dann eine Dissertation über «Thermal and Magnetic Properties of Copper-Oxide Superconductors» und wurde 1992 promoviert. Zwischendurch arbeitete er teilzeitlich als Lehrbeauftragter für Physik an der Kantonsschule Schaffhausen. Ab 1992 war er «Post doc» an der ETHZ und nachher an der «University of Berkeley», USA. Von 1997 bis 2001 wirkte Prof. Schilling im Rahmen eines Stipendiums des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung am Physikalischen Institut der Universität Zürich. Seit 2001 ist er Professor für Physik an der Universität Karlsruhe (TU). Er hat sich durch seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Hochtemperatur-Supraleitung international einen Namengemacht, wofür ihm auch verschiedene Auszeichnungen und Ehrungen zugesprochen wurden. Erwähnt seien der Preis der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft und IBM Schweiz für hervorragende Forschungsarbeiten (1994) und der «US-DOE Award for Outstanding Scientific Accomplishment in Solid-State Physics» (1997).

Weitere Ernennungen

Dr. Raimund Dutzler, geb. 1968, wurde zum Assistenzprofessor für Strukturbiologie an der Medizinischen und Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät ernannt (Doppelprofessur). Dr. Dutzler arbeitet zur Zeit als «Postdoctoral fellow» am «Laboratory of Molecular Neurobiology and Biophysics» sowie als «Research associate» am «Howard Hughes Medical Institute» der «Rockefeller University» in New York.

PD Dr. Damian Läge, geb. 1961, wurde zum Assistenzprofessor für Angewandte Kognitionspsychologie ernannt. Dr. Läge ist seit 1994 Oberassistent am Psychologischen Institut der Universität Zürich und erhielt aufgrund seiner Habilitationsschrift «Ähnlichkeitsbasierte Diagnostik von Sachwissen» 2002 die venia legendi für das Fach Psychologie. Schon 2001 wurde ihm das Nationalfondsprojekt «Merkmalorientierte Diagnostik in adaptiven Lernsystemen» zugesprochen.

Altersrücktritte

Unter Verdankung der geleisteten Dienste, die sie sich um ihr Fachgebiet, die Studierenden und die Universität erworben haben, werden altershalber auf den 28. Februar 2003 aus dem Anstellungsverhältnis mit der Universität entlassen:

- Prof. Dr. Kurt Bauknecht, ordentlicher Professor für Informatik an der Wirtschaftswissenschaftlichen und der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät

- Prof. Dr. Peter Weimar, ordentlicher Professor für Privatrecht und Römisches Recht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

- Prof. Dr. Marcus C. Schaub, Assistenzprofessor für Pharmakologie, insbesondere für biochemische Pharmakologie, an der Medizinischen Fakultät

Publizistikwissenschaft

Auf Antrag der Erweiterten Universitätsleitung hat der Universitätsrat beschlossen, die Möglichkeit zur Wahl des Faches Publizistikwissenschaft als erstes Nebenfach im Rahmen des Lizentiats an der Philosophischen Fakultät mit Wirkung ab Wintersemester 2003/04 für die Dauer von zwei Jahren aufzuheben und die Prüfungsordnung über das Lizentiat an dieser Fakultät entsprechend zu ändern.

Bei dieser befristeten Schliessung des ersten Nebenfachs Publizistikwissenschaft handelt es sich nicht um eine eigentliche Zulassungsbeschränkung, sondern um eine Massnahme im Bereich des Studienangebots, welches in der Regelungskompetenz der Universität liegt. Der Universitätsrat reagiert damit auf die in diesem Fach zur Zeit unannehmbare Betreuungssituation und sieht in der vorübergehenden Schliessung des ersten Nebenfachs eine massvolle Reaktion auf die Überlastung der Dozierenden und Assistierenden. Momentan studieren rund tausend Hauptfachstudierende Publizistikwissenschaft. Hinzu kommen 364 Studierende im ersten und 385 Studierende im zweiten Nebenfach. Die Fakultät ist überzeugt, dass die Frist von zwei Jahren ausreicht, um anderweitige Massnahmen einleiten zu können, welche der Erhöhung der Kapazitäten und damit der Verbesserung der Betreuungssituation dienen. Ausserdem hat die Erweiterte Universitätsleitung als flankierende Massnahmen beschlossen, in diesem Fach während der Dauer von zwei Jahren auf die Einführung eines Numerus Clausus zu verzichten und weitere Optionen zu verfolgen, um die Betreuungssituation nachhaltig zu verbessern.