Studium

Tiermedizin ungeschminkt

Die Vorstellung vom Studium der Tiermedizin ist zuweilen ganz anders als die Realität. Um Studieninteressierten möglichst früh zu zeigen, was es heisst, Veterinärmedizin zu studieren, hat der Fachverein Veterinärmedizin Gymnasiasten zu einem Infotag eingeladen.

Marita Fuchs

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Greifvögel und ihre Krankheiten
Traumjob Tiermediziner? Wohin führt das Studium und welche Kenntnisse sind schon zu Schulzeiten wichtig? Das erfuhren Schülerinnen und Schüler am Informationsnachmittag. (Bild: Simon Schwyzer)

 

109 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten aus der ganzen Schweiz – sie sind sogar aus dem Wallis und dem Tessin angereist – sitzen im Halbrund des Demonstrationshörsaals der Vetsuisse-Fakultät. Der Dozent erklärt: «Die Kuh hat einen Nagel gefressen, er bohrt sich durch die Magenwand und schädigt dabei die Organe in der Nachbarschaft.» Um die Kuh steht es nicht zum Besten, so viel ist den jungen Zuhörerinnen und Zuhörern schnell klar.

Etwas mit Tieren machen

Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sind an diesem Nachmittag des 1. November auf das Areal des Tierspitals gekommen, um sich genauer anzuschauen, was es bedeutet, Tiermedizin zu studieren. Tiermedizin ist ein hoch begehrtes Fach, vor allem bei Frauen. Doch häufig entspricht die Vorstellung nicht der Realität. Die Anforderungen sind hoch und nach einem erfolgreich absolvierten Studium kommt im Arbeitsalltag die Ernüchterung: «Viele Tiermediziner und Tiermedizinerinnen bleiben nicht lange in ihrem Beruf», sagt Organisatorin Yaiza Herrero vom Fachverein Veterinärmedizin.

Deshalb hat sie sich zusammen mit anderen Studierenden für einen Informationsnachmittag für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten eingesetzt. «Es geht uns darum, ein realistisches Bild vom Studium der Veterinärmedizin zu vermitteln», sagt sie. «Denn die Realität der Tierarztausbildung hat mit der romantischen Vorstellung, etwas mit Tieren zu machen, nichts zu tun.» Die Veterinärmedizin ist ein Studium mit vollem Stundenplan. Auf dem Weg zum Staatsexamen müssen sich die künftigen Veterinärinnen und Veterinäre nicht nur mit Chemie und Physik befassen, sondern werden auch in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Tierseuchenlehre und Tierschutz unterrichtet. «Vielen Studieninteressierten ist das am Anfang nicht klar», sagt Herrero.

Anatomieübung an der Milz

Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten konnten einen ganzen Nachmittag lang an Kurzvorlesungen und praktischen Übungen teilnehmen. Der Fachverein achtete darauf, einen Einblick in eine möglichst breite Palette der Fachgebiete zu geben. Physiologie, Endokrinologie, Pathologie, Krebsdiagnostik beim Hund und Informationen aus dem Bereich Nutztiermedizin. Zudem konnten die Schülerinnen und Schüler selbst Hand anlegen, und zwar bei der Anatomieübung mit frischen Präparaten wie Leber und Milz von verschiedenen Tierarten und präparierten Hintergliedmassen vom Pferd.

Nach diesem umfangreichen Programm wurde eine Führung durchs Tierspital angeboten. Beim abschliessenden Apéro beantworteten Studierende aus verschiedenen Jahreskursen Fragen. «Wir ziehen eine sehr positive Bilanz. Das Echo der Schülerinnen und Schüler war sehr gut», sagt Herrero.

Marita Fuchs, Redaktorin UZH News

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