Regelung zur Maximalstudienzeit

Langzeitstudierende nicht alleine lassen

Die Universitätsleitung hat sich für eine universitätsweit einheitliche Regelung der Maximalstudienzeit ausgesprochen. Sie beträgt sowohl im Bachelor wie im Master zwölf Semester. Die Regelung gibt den Studierenden die Möglichkeit, weiterhin Teilzeit zu studieren.

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Bachelor- und Masterstudium sind heute an der UZH je nach Fakultät und Studienprogramm sehr unterschiedlich geregelt. Zum Beispiel bestehen für das Wiederholen von Modulen, das Vorziehen von Mastermodulen auf der Bachelorstufe oder für Studienzeitbeschränkungen parallel mehrere Grundmodelle mit jeweils diversen Untervarianten.

Dieses kaum mehr durchschaubare Nebeneinander verschiedener Regelungen verursacht einen erheblichen administrativen Aufwand, vor allem aber erschwert es das fächer- und fakultätsübergreifende Studium.

Um zu einheitlicheren fakultären Studien-Rahmenverordnungen zu kommen, erarbeitet die Universitätsleitung gegenwärtig in Absprache mit den Dekaninnen und Dekanen und den Studiendekaninnen und -dekanen eine Muster-Rahmenverordnung, die für alle Fakultäten verbindlich sein soll. Sie soll gewährleisten, dass die fakultären Rahmenverordnungen einheitlich aufgebaut und in einer konsistenten Begrifflichkeit verfasst werden.

Nachdem im Herbst 2015 ein erster und im Frühling 2016 ein zweiter, überarbeiteter Entwurf den Fakultäten und Ständen zur Stellungnahme zugestellt worden war, wird die finale Fassung in den nächsten Wochen den Leitungsgremien und im Juli schliesslich dem Universitätsrat unterbreitet.

Maximale Studiendauer

Über die meisten Kernelemente der Muster-Rahmenverordnung hat die Universitätsleitung gemeinsam mit den Dekaninnen und Dekanen bereits im letzten Jahr entschieden. Nun hat sie auch über den letzten noch offenen Punkt von übergreifender Bedeutung befunden –  die maximale Studiendauer. Die Universitätsleitung hat sich in Übereinstimmung mit der Lehrkommission dafür ausgesprochen, für das Bachelor- und Masterstudium an allen Fakultäten eine maximale Studienzeit von jeweils zwölf Semestern festzulegen.

Bisher hatten die Fakultäten unterschiedliche Regelungen zur Studienzeitbeschränkung, und die Rechtsfolgen bei einer Übertretung der Studienzeit sind unklar formuliert. An der Philosophischen Fakultät gibt es bisher überhaupt keine Regelung zur Studienzeitbeschränkung.

Zur Anwendung kommt die neue Regelung erst dann, wenn die Fakultäten künftig ihre bestehenden Rahmenverordnungen überarbeiten und diese Änderungen nach Erlass des Universitätsrates in Kraft treten. Dies wird, je nach Fakultät, frühestens in drei Jahren der Fall sein. 

Keine Automatismen

Zentrales Element der nun beschlossenen einheitlichen Lösung ist ein zweistufiges Verfahren, das beim Überschreiten der maximalen Studiendauer zunächst die Beratung der Studierenden vorsieht. Härten und Automatismen werden so vermieden.

Die Möglichkeit zum Teilzeitstudium ist durch die neue Regelung weiterhin ausdrücklich gegeben: Die Zeit, die für das Studium zur Verfügung steht, ist grosszügig bemessen. So wird auf der Bachelor-Stufe die Maximalstudiendauer das Doppelte der sechssemestrigen Regelstudienzeit betragen. Zudem werden durch das zweistufige Verfahren individuelle Härtefälle vermieden.

«Es geht bei einer einheitlichen Festlegung der maximalen Studienzeit nicht darum, Studierende, die überlang studieren, zu bestrafen», betont Prorektor Otfried Jarren. Ebenso wenig steht der Entscheid der Universitätsleitung in einem Zusammenhang mit den aktuellen Sparmassnahmen der UZH. Es sind auch nicht die Anforderungen des Arbeitsmarktes, die zu diesem Entscheid geführt haben.

Vielmehr ist der leitende Gedanke bei der Studienzeitregelung, Studierende zu ermuntern, den Fokus der Aufmerk­samkeit in diesem für die persönliche Bildung wichtigen Lebensabschnitt soweit wie möglich auch tatsächlich auf das Studium zu legen, wie es das Wesen wissenschaftlichen Arbeitens auch erfordert.

Verantwortung wahrnehmen

«Der UZH ist es nicht gleichgültig, ob ihre Studierenden das Studium erfolgreich abschliessen», sagt Otfried Jarren. «Die UZH trägt Verantwortung gegenüber den Studierenden, aber auch Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Das Studium an Universitäten ist fast vollständig von der öffentlichen Hand finanziert, und die Universität ist verpflichtet, mit den ihr anvertrauten Mitteln haushälterisch umzugehen.»

An die Studierenden, so Jarren, richte sich die Erwartung, sich soweit wie möglich auf ihr Studium zu konzentrieren. «Je länger ein Studium dauert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es noch erfolgreich abgeschlossen wird. Die Erfahrung zeigt, dass Deadlines vielen Studierenden helfen, ihr Studium erfolgreich zu Ende zu bringen.»

Beratung und Unterstützung

Studierende, die Mühe mit dem Abschluss bekunden, weil sie sich zum Beispiel mit schriftlichen Arbeiten schwertun, sollen nicht alleine gelassen werden, sondern bei der Abschlussplanung unterstützt werden. «Beratung und Unterstützung sind Kernelemente des beschlossenen zweistufigen Verfahrens beim Überschreiten der maximal zulässigen Studienzeit», erklärt Jarren.

Dieses zweitstufige Verfahren soll sich wie folgt gestalten: Wird die Überschreitung der maximalen Studienzeit absehbar, erhalten Studierende eine ent­sprechende Mitteilung, und werden aufgefordert, einen Antrag auf Verlängerung bei den von den Fakultäten jeweils zu bezeichnenden Organen zu stellen. In einem Beratungsgespräch werden dann die Gründe für die längere Studiendauer eruiert; auf dieser Basis wird in einer Verein­barung zwischen der Fakultät und der Studentin bzw. dem Studenten die Studienzeit entsprechend verlängert.

Erst wenn auch nach gewährter Verlängerung immer noch kein Abschluss in Sicht ist, soll eine Rechtsfolge eintreten. Diese soll in einer schrittweisen Erhöhung der Studiengebühren bestehen. Die Möglichkeit einer endgültigen Abweisung und anschliessenden Sperre wurde von der Universitätsleitung als unverhältnismässig verworfen.

Selbstverständlich wird wie bisher gelten, dass im Falle von Schwangerschaft, Elternschaft, Krankheit und pflegebedürftigen Angehörigen jederzeit eine Beurlaubung erfolgen kann, womit die Studienzeit angehalten wird. 

Einführung einer einheitlichen Maximalstudienzeit

Die neuen Regelungen zur Maximalstudienzeit werden Bestandteil der neuen Rahmenverordnungen der Fakultäten sein. Diese werden, je nach Fakultät, frühestens in drei Jahren in Kraft treten. 

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