Georg-Friedrich-Götz-Preis 2014

Ausgezeichnete Forscherinnen

Die Entwicklungspädiaterin Bea Latal vom Universitäts-Kinderspital Zürich und die Neurowissenschaftlerin Magdalini Polymenidou vom Institut für Molekulare Biologie der UZH haben den renommierten Georg-Friedrich-Götz-Preis 2014 erhalten. Der Preis wird jährlich für besondere Leistungen in der medizinischen Forschung vergeben und ist mit insgesamt 30000 Franken dotiert.

Stefan Stöcklin

Innovative medizinische Forschung: Neurowissenschaftlerin Magdalini Polymenidou (li) und Entwicklungspädiaterin Bea Latal. (Bild: Frank Brüderli und zVg)

Die leitende Ärztin Bea Latal (geb. 1965) erforscht Auffälligkeiten in der Entwicklung, die bei Kindern mit schweren angeborenen Herzfehlern im Verlaufe ihrer Kindheit auftreten können. Dank den grossen Fortschritten in der Behandlung überleben heute Neugeborene schwere Herzfehler. Im Verlaufe der Zeit können aber bei einem Teil der Kinder Beeinträchtigungen im Bereich der motorischen, kognitiven oder auch der sprachlichen Entwicklung auftreten.

Bea Latal hat aufgrund ihrer Arbeiten zeigen können, wo die Ursachen für diese Entwicklungsstörungen zu suchen sind. Diese in aufwendigen Studien gewonnenen und in renommierten Zeitschriften publizierten Befunde bilden die Grundlage für die gezielte Prävention respektive Intervention. Ihre  Arbeiten ermöglichen es, Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen therapeutisch optimal zu begleiten.

Bea Latal hat auch international einen ausgezeichneten Ruf und ist seit 2012 Co-Leiterin der Abteilung Entwicklungspädiatrie am Universitäts-Kinderspital Zürich. 2014 wurde die Ärztin zur Titularprofessorin befördert.

Auf der Spur von Nervenzell-Degenerationen

Die Neurowissenschaftlerin Magdalini Polymenidou (geb. 1975) studiert neurodegenerative Krankheiten wie die amyotrophe Lateralsklerose ALS oder die frontotemporale Lobärdegeneration FTLD. Während ALS zu einer Degeneration der Nervenzellen führt, die für Muskelbewegungen verantwortlich sind, kommt es bei der FTLD zu Sprach- und Verhaltensstörungen.

Mithilfe der Arbeiten von Magdalini Polymenidou konnte gezeigt werden, dass im Verlauf beider Krankheiten die Aktivität einer spezifischen Gruppe von neuronalen Genen reduziert wird. Während der letzten Jahre haben sich zudem zwei Proteine, die an RNA-Moleküle binden, als Schlüsselmoleküle im Krankheitsprozess herausgestellt. Polymenidou hat mit innovativen Methoden neue Einsichten in die molekularen Vorgänge gebracht, in die diese Proteine namens TDP-43 und FUS involviert sind.

Magadalini Polymenidou ist seit 2013 Assistenzprofessorin am Institut für Molekulare Biologie der Universität Zürich und Leiterin einer Forschungsgruppe, die unter anderem Projekte mit der medizinischen Fakultät bearbeitet.

Rektor Michael Hengartner hat den mit je 15000 Franken dotierten Preis den beiden Preisträgerinnen des Jahres 2014 überreicht. Die Preisverleihung der Georg-Friedrich-Götz-Stiftung fand am 9. April im Rahmen des Tages der Klinischen Forschung des ZKF statt.

Preis für hervorragende Leistungen

Der Georg Friedrich Götz-Preis wird jährlich an zwei Forschende, die an der Universität Zürich habilitiert sind und sich über hervorragende, international anerkannte Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen- oder klinischen Forschung ausweisen können, ausgerichtet. Der Stiftungsgründer Georg Friedrich Götz lebte von 1893 bis 1972. Der in Deutschland geborene Unternehmer siedelte 1960 in die Schweiz um. Er musste sich im Laufe seines Lebens mehrmals in Zürich Operationen unterziehen, etwa wegen Lungenkrebs oder einer Darmerkrankung. Aus Dankbarkeit für die wiedererlangte Gesundheit gründete er an der Universität Zürich eine Stiftung, welche jährlich einen Preis für Fortschritte in der Medizin vergibt. Der Preis ist mit 30'000 Franken dotiert.

Stefan Stöcklin, Redaktor UZH News und Journal

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