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Rudermatch Uni gegen Poly

Kräftig an den Riemen ziehen

Rudern, was das Zeug hält. Am Samstag findet zum 59. Mal das traditionelle sportliche Kräftemessen zwischen ETH und Universität statt. Gegeneinander treten Boote der Professoren, Studentinnen und Studenten an. Zum Aufwärmen eine kleine Lektion in Ruderkunde anhand des Professorenbootes der Universität. 
Marita Fuchs

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Seit 2006 nehmen am traditionellen Rudermatch zwischen UZH und ETHZ auch Professoren teil. Im letzten Jahr gewann der Professoren-Achter der Universität. Für den Mannschaftscoach und Trainer Adrian Koller ein guter Grund, es bei der bisherigen Mannschaftsaufstellung zu belassen. Zumal die Ruderer sehr aktiv sind – vier von ihnen haben in diesem Sommer in der Masters-Kategorie den Schweizermeister-Titel im Achter geholt.

Rudern erfordert Kraft, Kondition und Koordination, doch das ist noch nicht alles, die Mannschaft muss sich technisch optimal ergänzen, um die 600 Meter lange Strecke zwischen dem unteren Seebecken und der Gemüsebrücke so schnell wie möglich zu absolvieren.

Ruderer auf der Limmat: Der perfekte Achter gewinnt.

Die erfolgsverwöhnten studentischen Ruderer der Universität haben im letzten Jahr nach 17 Jahren zum ersten Mal wieder verloren. Doch auch sie sind in diesem Jahr gut aufgestellt , ebenso die Studentinnen. Im Boot der Studenten sitzen mehrere Mitglieder des Nationalkaders, so auch Simon Schürch aus dem Flagschiff des Ruderverbands, dem leichten Vierer-ohne und EM-Medaillengewinner.

Mannschaftsaufstellung Professoren

Die Steuerfrau

Als Steuerfrau kommandiert die 21-jährige Joyce Maher das Boot. Sie ist Juniorentrainerin beim «Belvoir RC». Sie steuert nicht nur, sondern setzt die Renntaktik um, gibt die Spurts durch, feuert an und informiert während des Rennens, wo das Boot im Vergleich zum Gegner liegt. Beim Rudern heisst es nämlich für die Mannschaft «Kopf im Boot»; die Ruderer sollten nicht nach links und rechts schauen.

Schlagleute

Die Positionen werden in einem Ruderboot vom Bug aus nummeriert. Die Schlagleute (Positionen 8 und 7) sitzen im Heck des Bootes, von der Mannschaft aus gesehen an der ersten Position. Der Schlagmann Robert Weibel, Geograph und Captain des Boots, gibt den Rhythmus und die Schlagfrequenz vor, also die Zeitpunkte, zu denen die Riemen in das Wasser eingesetzt und herausgehoben werden. Der «Konterschlag» und Jurist Matthias Mahlmann bringt den Schlag auf die andere Seite des Bootes. Die anderen Ruderer folgen ihren Bewegungen, damit möglichst gleichmässig gerudert und das Boot optimal beschleunigt wird. Weibel und Mahlmann rudern im dritten Jahr auf diesen Positionen und sind ein eingespieltes Team.

Die Schlagzahl beträgt im Professorenboot beim Start ungefähr 40 Schläge pro Minute, über die Strecke zirka 36 und im Endspurt wieder 38. Die Schlagzahlen der Studenten liegen rund 5 Schläge höher. Während die Professoren für die 600 m knapp unter zwei Minuten benötigen, legen die Studenten die Strecke in zirka 1:40 zurück.

Der Maschinenraum

Die vier Positionen 6 bis 3 im Mittelschiff werden auch «Maschinenraum» genannt, da hier typischerweise die grossen und kräftigen Athleten sitzen, deren Aufgabe es ist, für den Vortrieb des Bootes zu sorgen. Hier rudern der Physiogeograph Michael Schmidt, der Gerontopsychologe Mike Martin, der Germanist Daniel Müller Nielaba und der Psychologe Fritz Wilkening. Wilkening ist nicht nur der älteste und erfahrenste Ruderer der Mannschaft, sondern auch der am meisten dekorierte, mit mehreren Titeln an Masters-WM.

Aufstellung des Professoren-Ruderboots der Universität Zürich.

Die Bugleute

Die Bugleute des Bootes (Positionen 2 und 1) sind der Politgeograph Benedikt Korf und der Psychiater Achim Haug. Sie haben den grössten Einfluss auf die Balance des Bootes und sind daher auch technisch mehr gefordert als die Ruderer im Mittelschiff. Sie sind ebenfalls dafür verantwortlich, das Boot vor dem Start auf Anweisung der Steuerfrau in der Bahn auszurichten.

Auf der Münsterbrücke: Boote im vollen Endspurt

Die Mannschaft trainiere in dieser Zusammensetzung seit anderthalb Monaten zwei bis drei Mal pro Woche, sagt Captain Robert Weibel. Übers Jahr rudern die Professoren jeweils in wechselnder Zusammensetzung in ihrem Heimclub, dem Seeclub Zürich. Einige von ihnen nehmen auch regelmässig an Langstreckenrennen und Regatten in der Masters-Kategorie (ab 27 Jahren) teil.

Weibel hofft auf einen weiteren Sieg am Samstag und freut sich auf die sportliche Herausforderung, denn im Poly-Boot der ETH sitzt ebenfalls ein stark aufgestelltes Team.

Sein Tipp für Zuschauerinnen und Zuschauer: «Stellen Sie sich auf die Münsterbrücke. Da rauschen die Boote im vollen Endspurt unter Ihren Füssen durch.»