Ausstellung zum Darwin Jahr 2009

Den Stammbaum des Lebens entdecken

Fahren Sie zum Hauptbahnhof Zürich und begeben Sie sich auf die spannende Reise zum Ursprung des Lebens! Entdecken Sie dabei, auf welchem Ast des Lebensbaums wir sitzen. Vom 4. bis 6. September findet in der Bahnhofshalle eine grosse Ausstellung zum «Baum des Lebens» statt.

Marita Fuchs1 Kommentar

Darwin Jahr 2009: Aufbauarbeit für die Ausstellung im Hauptbahnhof Zürich.
Betreten Besuchende die Bahnhofshalle, werden sie sich ab Freitag in eine andere Welt versetzt fühlen: Im grünlichen Licht der Halle tauchen drei Dinosaurier aus pflanzlichem Dickicht auf. Dicke Baumstämme bedecken den Boden und Geräusche von Tieren schallen durch den Raum. Nicht erschrecken! Die Dinos sind Exponate aus dem Sauriermuseum Aathal und dokumentieren eine wichtige Verzweigung im Lebensbaum, den die Ausstellung «Der Baum des Lebens: Vielfalt und Einheit» thematisiert.

Interessante evolutionäre Ereignisse sind in der Ausstellung spielerisch umgesetzt und ausführlich mit Text, Bild, Audio und Video erklärt. Beim Vorbeischlendern am Baum des Lebens erhalten die Passantinnen und Passanten nicht nur einen Einblick in die ungeheure Vielfalt, sondern auch in die Einheit alles Lebendigen, das sich vor ungefähr 3,5 Milliarden Jahren zu entwickeln begann.

Schwerarbeit: Die Baumstämme werden als «Baum des Lebens» die Verzweigungen im Laufe der Evolution aufzeigen. (Bild: Adrian Ritter)

Vom Ursprung und Aussterben der Arten

Die Reise beginnt mit dem Ursprung des Lebens und der Frage, wie unser letzter gemeinsamer Vorfahre entstanden ist. Verschiedene Hypothesen werden vorgestellt: Man erfährt, dass die ursprüngliche Atmosphäre einen extrem geringen Sauerstoffgehalt aufwies und die frühesten Organismen demnach anaerob (luftunabhängig) gewesen sein müssen. Vor drei Milliarden Jahren nahm dann durch die photosynthetische Aktivität von Cyano- und anderen Bakterien der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre beachtlich zu.

Vor Ort: Galapagos-Riesenschildkröten, Gelbbauchunken

Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können die wichtigsten evolutiven Ereignisse kennenlernen. Sie führen entweder zu den Metazoa (Tieren) oder zu den Chlorophyta (Grünen Pflanzen). Zu Sehen sind auch die ältesten Fossilien multizellulärer Tiere, die etwa 640 Millionen Jahre alt sind. Auch viele lebende Tiere werden zu bestaunen sein. Sie dokumentieren ebenfalls wichtige Evolutionsschritte. So treffen Besucher auf die Galapagos-Riesenschildkröte ebenso wie auf die kleine chinesische Gelbbauchunke.

Auch wenn die Vielfalt des Lebens kaum fassbar erscheint, vermittelt die baumartige Visualisierung im Hauptbahnhof einen guten Überblick über die Evolution. Zusätzlich soll die Ausstellung auf die Fragilität unserer Umwelt aufmerksam machen. Was führt zum Massenaussterben? Wann und warum wurden innerhalb der Evolution neue Weichen gelegt? Wo steht der Mensch in diesem Evolutionsgeschehen? Und – was unterscheidet ihn von anderen Lebewesen?

Dinosaurier: Wichtige Verzweigung im Lebensbaum. (Bild: Adrian Ritter)

Auf Darwins Spuren

Die Ausstellung wurde anlässlich des Darwin-Jahres 2009 von der Universität Zürich und von der ETH Zürich zusammen mit Life Science Zurich konzipiert.

Besucherinnen und Besucher erhalten deshalb auch Informationen zu Darwins Schaffen und zu wissenschaftlichen Begriffen, die in der Evolutionstheorie heute gang und gäbe sind. Experten der verschiedenen naturwissenschaftlichen Richtungen beantworten Fragen. Anhand einer kleinen Broschüre kann man sich weiter ins Thema vertiefen.

Ausstellung «Der Baum des Lebens: Vielfalt und Einheit»in der Halle des Hauptbahnhofs Zürich: Freitag, 4. September 2009, 8 bis 22 Uhr Samstag, 5. September 2009, 10 bis 24 Uhr Sonntag, 6. September 2009, 10 bis 20 Uhr Eintritt frei Eine Begleitbroschüreführt Besucherinnen und Besucher mit kurzen Texten und Bildmaterial durch die verschiedenen Etappen der Evolution und erleichtert die Orientierung am Baum des Lebens. Die Texte, in deutscher und englischer Sprache, wurden von Forscherinnen und Forschern der Universität Zürich und der ETH Zürich verfasst. Am 4. und 5. September findet im Rahmen des Darwin-Jahres ein Interdisziplinäres Symposium zum Thema: «Darwin in Science and Society – An interdisciplinary Symposium» statt. Wir möchten Sie auch auf die Lange Nacht der Museen aufmerksam machen: Die Museen der Universität Zürich haben auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Marita Fuchs ist Redaktorin von UZH News

1 Leserkommentar

Andres Egli schrieb am Kompliment Besuch am Freitag,11 Uhr Leider fehlen die Übersichtspläne, so dass ich vom riesigen Lebensbaum zuerst fast etwas überfordert bin. Desgleichen die Unterstufenschüler, die mit ihrem Lehrer auf den Baumstämmen herumturnen. Die äusserst interessanten Erklärungen der kompetenten Uni-Guides nehmen mir die Schwellenängste und ziehen mich in denselben Bann, dem schon Darwin erlag. Interessant fand ich, dass ersichtlich wird, wie schwierig es ist, die Lebensformen schematisch darzustellen, sinnig, dass die Hefepilze genau vor der Bier-Wirtschaft angesiedelt waren. Herzlichen Dank für die gelungene Ausstellung! A.Egli

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