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Beweisführung mittels gross angelegter Studie: Urologin Brigitte Schurch.
Sascha Renner

Beweisführung mittels gross angelegter Studie: Urologin Brigitte Schurch.

«Penicillin des 21. Jahrhunderts» wurde Botulinumtoxin Typ A auch schon genannt. Dass heute derart grosse Hoffnungen in das potente Nervengift gesetzt werden, ist unter anderem den Forschungsergebnissen von Brigitte Schurch zu verdanken. Die Neurourologin am Universitätsspital Balgrist entwickelt seit Jahrzehnten neue Ansätze zur Linderung von Blasenstörungen, wie sie bei Querschnittlähmung auftreten. Im Jahr 2000 gelang ihr der Durchbruch: Schurch konnte zeigen, dass in die Harnblasenmuskulatur gespritztes Botulinumtoxin die Blasenfunktion normalisiert.

Vier Jahre später belegte sie die Wirksamkeit der neuen Therapie mit einer breit angelegten Studie mit über zweihundert Patientinnen und Patienten und veröffentlichte die Ergebnisse in der Zeitschrift European Urology. Die Publikation gilt seither als Referenz, die von keiner nachträglichen Studie ignoriert werden kann.

Warum aber hat ausgerechnet dieses Paper in der Forschergemeinschaft so hohe Wellen geschlagen? Schurch spricht von einer Revolution in der Behandlung neurogener Blasenstörungen: «Sämtliche bisherigen Therapien hatten gravierende Nebenwirkungen. Für unsere Studie werteten wir die Patientendaten von zehn europäischen Behandlungszentren aus. So konnten wir erneut, diesmal allerdings multizentrisch, bestätigen, dass Botulinumtoxin eine sichere und effektive Therapie für die neurogene Blase ist.»

Reitz A, Stöhrer M, Kramer G, Del Popolo G, Chartier-Kastler E, Pannek J, Burgdörfer H, Göcking K, Madersbacher H, Schumacher S, Richter R, von Tobel J, Schurch B: European Experience of 200 Cases Treated with Botulinum-A Toxin Injections into the Detrusor Muscle for Urinary Incontinence due to Neurogenic Detrusor Overactivity. In: European Urology, Vol. 45(4), 2004.

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