PhD-Programm Microbiology and Immunology

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Wer sich für eine akademische Karriere entscheidet, braucht eine gute Planung und die richtigen Qualifikationen. Wie und wann man diese erwirbt, das wurde am Career Development Day des PhD-Programms Microbiology and Immunology erörtert.

Theo von Däniken

Wie in anderen Bereichen, so gilt auch in der Wissenschaft: Nur die wenigsten schaffen es bis ganz an die Spitze, will heissen als Professorin oder Professor auf einen Lehrstuhl mit einer eigenen Forschungsgruppe. Wer dorthin gelangen will, muss nicht nur das nötige wissenschaftliche Rüstzeug mitbringen, sondern sollte sich auch schon früh Gedanken machen, wie er oder sie den Werdegang auf dieses Ziel hin ausrichten kann.

Wie eine akademische Karriere planen?

Doch welche Fähigkeiten und Qualifikationen zählen in einer akademischen Karriere, und wann und wie erwirbt man sie? Wie können und sollen diese Qualifikationen kommuniziert werden, und was heisst eigentlich akademische Karriereplanung?

Am Career Development Day für die Studierenden des PhD-Programms Microbiology and Immunology (MIM) der Universität und der ETH Zürich erläutern Pamela Alean-Kirkpatrick von der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der Universität Zürich, Kathrin Riedel und Kurt Hanselmann, beides Mikrobiologen am Institut für Pflanzenbiologie der Universität Zürich, genau diese Fragen.

Vorstellungskraft und Reflexion

Hanselmann breitet vor den rund 30 Studierenden, die dieses Jahr am MIM-PhD-Einführungskurs teilnehmen, einen ganzen Strauss von Qualifikationen aus, die für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Bedeutung sind: Fragen und Probleme klar zu definieren, sich zu informieren, die Informationen abzuwägen, die Fähigkeit, abstrahieren und theoretische Modelle bilden zu können, gehören genauso dazu, wie eine gute Kommunikation und Vorstellungskraft.

Wer eine akademische Karriere plant, soll nie das Ziel aus den Augen verlieren: Kurt Hanselmann auf einer Exkursion im Vereina-Gebiet im Herbst 2007. (Bild: Sascha Renner)

Daneben, so Hanselmann, soll man sich aber auch immer wieder hinterfragen, wohin der Weg eigentlich führen soll. Denn in jedem Studium wird es Momente geben, in denen man an der eigenen Arbeit zweifelt, wenn zum Beispiel Experimente nicht so laufen, wie geplant, oder wenn andere Schwierigkeiten auftauchen.

Rückschläge überstehen

Sinn des Career Development Days sei es, den Studierenden auch die längerfristigen Perspektiven und Ziele aufzuzeigen, erklärt Hanselmann. «Je früher sich ein Student Gedanken darüber macht, wie er sich nach dem PhD weiterentwickeln will, desto besser übersteht er auch schwierige Phasen», ist Hanselmann überzeugt.

Mit konkreten Beispielen und sehr detailliert zeigt Hanselmann den jungen Studierenden auf, welche Angaben etwa ein wissenschaftlicher Lebenslauf enthalten soll und beantwortet die am meisten gestellten Fragen zur Karriereplanung. Seine wichtigste Botschaft dabei: Möglichst früh und möglichst breite Erfahrungen sammeln.

Internationale Netzwerke

Dazu gehört beispielsweise der Aufbau eines internationalen Netzwerks, etwa indem man an internationalen Kursen teilnimmt. Wichtig auch, sich früh Erfahrung in der Lehre anzueignen, beziehungsweise Lehrverpflichtungen nicht als lästige Pflicht, sondern als Chance zur weiteren Qualifikation zu betrachten.

Die Beispiele zeigen: die Anforderungen sind hoch, und nur mit guter Planung kommt man wirklich voran. Die jungen PhD-Studierenden – zur Mehrheit Frauen – lassen sich davon nicht abschrecken: «Wir sind uns des Wettbewerbs bewusst», meint die Brasilianerin Anna Paula de Oliverira, die ihre Doktorarbeit im Bereich Virologie macht. «Man muss ambitioniert sein, wenn man etwas erreichen will.»

Profilierung

Hanselmann ist überzeugt, dass Veranstaltungen wie der Career Development Day das PhD-Programm im internationalen Umfeld zusätzlich profilieren. «Wir bieten den Studierenden nicht ausschliesslich eine wissenschaftliche Ausbildung, sondern wir fördern sie auch in der Karriereplanung und bei der Entwicklung der so genannten überfachlichen Kompetenzen.»

Bei den Studierenden kommt das Angebot denn auch gut an. «Die Universität unterstützt uns über den rein wissenschaftlichen Bereich hinaus», erklärt Agnese Petrera. Die Italienerin konnte für ihr PhD zwischen Zürich und einer anderen Universität wählen. «Ich habe mich für Zürich entschieden, weil die Mikrobiologie hier besser ist», sagt sie.

Austausch

Der Career Development Day ist Teil eines einwöchigen Kurses, an dem alle Studierenden des MIM-PhD-Kurses teilnehmen. An den übrigen vier Tagen stellen sich die am MIM-Programm beteiligten Institute und Departemente von Universität und ETH vor. Auch die Studierenden selber präsentieren in Kurzvorträgen ihre Forschungsarbeit den Kolleginnen und Kollegen.

«Die Präsentationen aus anderen Instituten sollen den Studierenden einerseits die breiten Möglichkeiten der Mikrobiologie und Immunologie in Zürich aufzeigen», so Hanselmann. «Andererseits erhalten sie dadurch auch Anregungen für ihre Projekte und lernen Kolleginnen und Kollegen kennen, mit denen sie sich austauschen können.»

Die Einbettung in eine Gruppe ist für Hanselmann einer der Vorteile eines PhD-Programms. Neben ihrem Professor oder Advisor haben die PhD-Studierenden noch zwei bis drei weitere wissenschaftliche Beraterinnen und Berater, an die sie sich wenden können. Zudem können sie über die Kontakte mit den anderen Beteiligten im Programm bereits erste internationale Netzwerke knüpfen. Ein Faktor, so Hanselmann, der für die weitere Karriere von grosser Bedeutung ist.

Die Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik (AfH) stellt in der Veranstaltungsreihe «Hochschuldidaktik über Mittag» im Frühjahrssemester die Möglichkeiten für Doktorierende an der Universität Zürich vor:Ab 27. Februar jeweils Mittwoch 12.15 - 13.00 Uhr, Universität Zürich, Rämistr. 71, Seminarraum KOL E 18.Detailprogramm unter: http://www.afh.uzh.ch/veranstaltungen/huem.html

Theo von Däniken ist Redaktor von unipublic

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