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Pfizer Forschungs-Preis 2003 für Medizin

Bauernkinder und sympathische Nerven

Der diesjährige Pfizer-Preis für Medizin geht, neben anderen, an drei Forscher der Universität Zürich: Roger Lauener, Markus Glatzel und Frank Heppner.
unicom

Der Pfizer-Preis

Der Pfizer Forschungs-Preis für Medizin wird alljährlich an herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die an Schweizer Forschungsinstituten oder Spitälern hervorragende Leistungen in der Grundlagenforschung und klinischen Forschung vorweisen. Der Preis ist mit insgesamt 400'000 Franken dotiert. Im Jahr 2003 ging er in zwei von vier Bereichen nach Zürich: Im Bereich Rheumatologie, Immunologie und klinische Immunologie wurde Dr. Roger Lauener ausgezeichnet; im Bereich Neurowissenschaften und Erkrankungen des Nervensystems sind Dr. Markus Glatzel und Dr. Frank L. Heppner Preisträger.

Dr. Roger Lauener

Allergieschutz

Dr. Roger Lauener und sein Team am Kinderspital Zürich verglichen in ihrer Forschung das Blut von Bauernkindern mit demjenigen von Kindern, die zwar auf dem Land, aber nicht auf einem Bauernhof aufgewachsen sind. Insbesondere untersuchten sie bestimmte Eiweissmoleküle des angeborenen Immunsystems. Mit Hilfe solcher Eiweissmoleküle erkennt das Abwehrsystem Bakterien und andere Mikroben. Die Forscher konnten zeigen, dass Mikroben in der Umgebung das angeborene Immunsystem der Bauernkinder prägen. Obwohl diese Mikroben nicht krank machen, stimulieren sie das Immunsystem der Bauernkinder, was wahrscheinlich zum Schutz vor Allergien beiträgt. Momentan widmet sich das Team um Lauener der Frage, wie dieser Schutz vor Allergien zu Stande kommt und wie auch Nicht-Bauernkinder von einem solchen Schutz profitieren können.

Dr. Frank L. Heppner (links) und Dr. Markus Glatzel

Prionentransport

Übertragbare spongiforme Enzephalopathien wie die Creutzfeldt-Jakobsche Erkrankung (CJK) des Menschen oder BSE beim Rind werden nach dem heutigen Stand der Forschung durch infektiöse Proteine, so genannte Prionen, verursacht. Es ist bekannt, dass diese auch durch die periphere Applikation, zum Beispiel die orale Aufnahme, in den Körper gelangen können. Prionen sammeln sich unmittelbar nach der Aufnahme in lymphoretikulären Organen wie Milz und Lymphknoten an. Beim weiteren Transportin das zentrale Nervensystem spielt das periphere Nervensystem eine entscheidende Rolle.

Dr. Markus Glatzel und Dr. Frank L. Heppner konnten in ihren Experimenten zeigen, dass Prionen - nachdem sie lymphatische Organe besiedelt haben - sympathische Nervenfasern «missbrauchen», um ins Gehirn zu gelangen. Somit scheinen sympathische Nervenfasern die Verbindung herzustellen zwischen lymphatischen Organen, in denen sich eine hohe Dichte sympathischer Nerven findet, und dem Gehirn - wo sich die Prionenerkrankung letztlich manifestiert. Mit diesen Ergebnissen vervollständigt sich das Bild über den Transport von Prionen wesentlich und erlaubt, spezifische therapeutische Möglichkeiten experimentell anzugehen.

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